Die deutsche Chemieindustrie bleibt nach Einschätzung des Branchenverbandes VCI nach einem unerwartet kräftigen Produktionssprung im laufenden Jahr auch 2007 auf einem robusten Wachstumskurs. Die Produktion der chemischen Industrie in Deutschland dürfte 2007 um 2,0 Prozent zulegen, teilte der Verband der Chemischen Industrie am Mittwoch in Frankfurt mit. Beim Umsatz rechnet der Branchenverband bei einem Anstieg der Erzeugerpreise um 0,5 Prozent mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. Insgesamt sei eine leichte Entspannung bei den Rohstoffkosten zu erwarten.
"Bei etwas abgeschwächtem Wachstumstempo bleibt die Konjunktur robust", sagte VCI-Präsident Werner Wenning. Wichtige Abnehmerbranchen der Chemieindustrie dürften auch im kommenden Jahr kräftig wachsen. Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich aber nicht im bisherigen Tempo fortsetzen. 2006 sei die Wirtschaft weltweit kräftiger gewachsen, als zunächst erwartet. "Endlich hat auch in Deutschland die Konjunktur an Dynamik gewonnen", betonte Wenning. Er zeigte sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt "sehr zufrieden". Die Kapazitätsauslastung liege bei gut 85 Prozent. Auch 2007 seien "keine erheblichen Überkapazitäten" zu befürchten. Dabei dürften Feinchemie- und Pharmaprodukte die stärksten Wachstumsraten in der Branche aufweisen.
UNERWARTET KRÄFTIGER UMSATZSPRUNG
Im Vergleich zum laufenden Jahr schwäche sich die Wachstumsdynamik insgesamt sowohl beim Umsatz als auch bei der Produktion in der Chemieindustrie ab. 2006 waren sowohl Produktion als auch Umsatz deutlich stärker als ursprünglich vom Verband veranschlagt gewachsen. Die Produktion dürfte 2006 dank des robusten Wachstums in Asien, Nordamerika sowie der Belebung in Europa mit 3,5 Prozent das dritte Jahr in Folge kräftig wachsen, sagte Wenning. Das ist ein Prozentpunkt mehr Wachstum als noch zur Jahresmitte vom Verband unterstellt. Der Umsatz werde um sechs Prozent auf 162 Milliarden Euro klettern.
Triebfeder für das überraschend kräftige Wachstum war ein Umsatzplus im Ausland von 12 Prozent auf 117 Milliarden Euro. Der Inlandsumsatz belebte sich ebenfalls und wuchs um 14 Prozent auf 84 Milliarden Euro. Die Erzeugerpreise erhöhten sich den Angaben zufolge insgesamt um 3,5 Prozent. Hier schlugen die höheren Rohstoffkosten zu Buche. Die Beschäftigung dürfte im laufenden und im kommenden Jahr etwa stabil bleiben, sagte Wenning.
LEICHTE ENTLASTUNG BEI ROHÖLPREIS
Mit einer leichten Entlastung rechnet der Verband unterdessen beim Ölpreis. Dieser dürfte zwar mit 55 bis 60 US-Dollar je Barrel (159 Liter) weiter auf einem hohen Niveau bleiben. Im Vergleich zum laufenden Jahr und einem Durchschnittswert von 66 Dollar dürfte sich ein Rückgang ergeben. Den Wechselkurs des Euro sieht der Verband mit 1,30 US-Dollar etwa auf dem Niveau des laufenden Jahres./jha/js/mf/
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AXC0114 2006-12-06/13:17
