BRÜSSEL (Dow Jones)--EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy will mehr Wettbewerb im Privatkundengeschäft für Finanzdienstleistungen. Die Verbraucher sollten das für sie beste Angebot auswählen können, unabhängig davon wo der Anbieter seinen Sitz habe, heißt es in einem Grünbuch zum Thema, das die Kommission am Mittwoch veröffentlichen will. Die Branche und andere Interessierte werden aufgefordert, bis zum 16. Juli ihre Meinung zu den Vorstellungen der Kommission abzugeben. Für den 19. September ist eine Anhörung geplant, um über das Ergebnis zu diskutieren.
McCreevy will beispielsweise für mehr Mobilität der Bankkunden sorgen und die Hürden für einen Kontowechsel wie Strafgebühren oder Informationsmangel beheben. Derzeit sei die Prozedur "beschwerlich", kritisiert der Kommissar seit langem. Empfehlungen für einen einfacheren Kontowechsel will das 2006 eingesetzte Expertengremium zur Bankkundenmobilität im Mai vorlegen.
Auch im Kreditgeschäft sollen die Verbraucher nicht länger durch Vernebelungstaktiken davon abgeschreckt werden, ein Darlehen dort aufzunehmen, wo sie die günstigsten Konditionen erhalten. Im Versicherungssektor strebt die Kommission den Abbau nationaler administrativer Hürden und unnötiger regulatorischer Kosten an, damit es künftig einfacher wird, jenseits der Grenze eine Police abzuschließen.
Nicht zuletzt wird in dem Grünbuch vorgeschlagen, den Bürgern eine Art "Finanzausbildung" zu geben. Ende des Jahres soll das Ergebnis einer entsprechenden Studie veröffentlicht werden. Auch die Möglichkeiten des Kunden, im Falle von Schwierigkeiten bei grenzübergreifenden Geschäften an kompetenter Stelle beschweren zu können, sind nach Auffassung der Kommission verbesserungswürdig.
Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte im Herbst eine Analyse des Banken-Privatkundengeschäfts vorgelegt und kritisiert, dass die Märkte weiterhin zersplittert sind, dass es immer noch bedeutende Eintrittshürden gibt und dass die Verbraucher Schwierigkeiten haben, das für sie beste Angebot herauszufinden. Durchschnittlich bleibe ein Privatkunde rund zehn Jahre bei der gleichen Bank und ein kleines Unternehmen acht Jahre. Je geringer die Mobilität der Kunden, desto größer sei aber auch die Profitabilität für die Banken, heißt es in der Untersuchung.
-Von Angelika Steinfort, Dow Jones Newswires; 32 2 7411490,
europa.de@dowjones.com
DJG/ang/apo
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McCreevy will beispielsweise für mehr Mobilität der Bankkunden sorgen und die Hürden für einen Kontowechsel wie Strafgebühren oder Informationsmangel beheben. Derzeit sei die Prozedur "beschwerlich", kritisiert der Kommissar seit langem. Empfehlungen für einen einfacheren Kontowechsel will das 2006 eingesetzte Expertengremium zur Bankkundenmobilität im Mai vorlegen.
Auch im Kreditgeschäft sollen die Verbraucher nicht länger durch Vernebelungstaktiken davon abgeschreckt werden, ein Darlehen dort aufzunehmen, wo sie die günstigsten Konditionen erhalten. Im Versicherungssektor strebt die Kommission den Abbau nationaler administrativer Hürden und unnötiger regulatorischer Kosten an, damit es künftig einfacher wird, jenseits der Grenze eine Police abzuschließen.
Nicht zuletzt wird in dem Grünbuch vorgeschlagen, den Bürgern eine Art "Finanzausbildung" zu geben. Ende des Jahres soll das Ergebnis einer entsprechenden Studie veröffentlicht werden. Auch die Möglichkeiten des Kunden, im Falle von Schwierigkeiten bei grenzübergreifenden Geschäften an kompetenter Stelle beschweren zu können, sind nach Auffassung der Kommission verbesserungswürdig.
Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte im Herbst eine Analyse des Banken-Privatkundengeschäfts vorgelegt und kritisiert, dass die Märkte weiterhin zersplittert sind, dass es immer noch bedeutende Eintrittshürden gibt und dass die Verbraucher Schwierigkeiten haben, das für sie beste Angebot herauszufinden. Durchschnittlich bleibe ein Privatkunde rund zehn Jahre bei der gleichen Bank und ein kleines Unternehmen acht Jahre. Je geringer die Mobilität der Kunden, desto größer sei aber auch die Profitabilität für die Banken, heißt es in der Untersuchung.
-Von Angelika Steinfort, Dow Jones Newswires; 32 2 7411490,
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