Im zähen Tarifkonflikt um massiven
Personalumbau gehen die Deutsche Telekom
Zuvor war vom neuen Personalvorstand Thomas Sattelberger eine Gewinnbeteiligung im Gegenzug für die von der Telekom angestrebte Kürzung der Löhne um neun Prozent ins Spiel gebracht worden. Vorstandschef René Obermann unterstrich diese Position in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": Er sprach von einer "Chancen- und Risikogemeinschaft" von Beschäftigten und Unternehmen. "Als Ausgleich für das Entgegenkommen der Mitarbeiter in der derzeit schwierigen Situation kann ich mir gut vorstellen, sie in wirtschaftlich besseren Zeiten stärker am Erfolg zu beteiligen."
Dies lehnte Schröder hingegen ab. "Damit würde das Risiko einseitig zu Lasten der Mitarbeiter verteilt." Die Telekom will rund 50.000 Beschäftigte in den neuen Bereich T-Service verlagern und plant dabei neben Lohnkürzungen eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um vier Stunden. In dem Konflikt wird die Telekom seit dem 11. Mai von ver.di bestreikt. Einschließlich der Warnstreiks zuvor dauert der Arbeitskampf schon mehr als vier Wochen.
Die Telekom will nach der Ablehnung ihres Tarifangebots durch ver.di den Konzernumbau im Alleingang zum 1. Juli umsetzen. Schröder erneuerte seine Kritik an den Plänen. "Die Pläne sind maßlos und vollkommen überzogen."
An dem Streik beteiligen sich täglich bis zu 15.000 Beschäftigte. Auch über Pfingsten wurden Servicebereiche und technische Bereitschaftsdienste bestreikt. In dieser Woche soll der Streik weiter gehen. Nach Obermanns Darstellung halten sich die Auswirkungen des Arbeitskampfes "in einem überschaubaren Rahmen". Im Durchschnitt hätten seit Streikbeginn 9.000 Beschäftigte pro Tag gestreikt.
Keine Auswirkungen soll der Streik auf den G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm haben. "Wir haben alles geplant, den G8-Gipfel technisch abzusichern", sagte Obermann. "Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Gewerkschaft das G8-Treffen wirklich stören will." Zu Beginn der Arbeitsniederlegungen war spekuliert worden, dass ver.di das Treffen der Regierungschefs durch den Ausstand behindern könnte. Das hatte die Gewerkschaft allerdings stets zurückgewiesen./mur/kf/zb
ISIN DE0005557508
AXC0038 2007-05-28/16:20
