Bankenverbände haben die Hoffnung auf eine rasche Abschaffung sämtlicher Gebühren an Geldautomaten gedämpft. "Das Problem ist uns bekannt und wir hoffen auf eine sachgerechte Lösung - wie genau, wissen wir aber derzeit nicht", sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) am Mittwoch. Sie betonte, die Entscheidung liege bei den Geldinstituten.
Bei der Frankfurter "Handelsblatt"-Tagung "Banken im Umbruch" hatte der Bundesobmann der Sparkassen, Jürgen Hilse, am Dienstag angeregt, die Gebühren an Geldautomaten abzuschaffen. Unterstützung erhielt Hilse von Postbank-Chef Wolfgang Klein.
Bisher gibt es in Deutschland drei große Verbünde: die Cash-Group mit den angeschlossenen Großbanken, die Sparkassen sowie die Genossenschaftsbanken. Innerhalb dieser Gruppen ist das Geldabheben an Automaten der angeschlossenen Institute kostenlos. Dagegen müssen Verbraucher oft kräftige Gebühren zahlen, wenn sie Geld an Automaten fremder Institute abheben.
Die Postbank sieht bei der Cash-Group das Problem, dass diese Institute in Ballungszentren auf kleinem Raum mehrere Geldautomaten betreiben, in der Fläche aber nur schwach vertreten sind. Darüber müsse es Gespräche zwischen den Beteiligten geben, sagte ein Postbank-Sprecher am Mittwoch. Auch organisationsübergreifend könne er sich eine Zusammenarbeit vorstellen. "Wir sind offen für Gespräche", sagte der Sprecher.
Eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbundes (DSGV) in Berlin betonte indes: "Wir haben keinen Handlungsbedarf. Unsere Kunden können schon heute an 24 300 Geldautomaten in ganz Deutschland kostenlos Geld abheben." Laut DSGV haben 55 Prozent der Menschen in Deutschland ihre Hauptkontoverbindung bei einer der 447 Sparkassen.
Nach Angaben der Dresdner Bank gibt es insgesamt 55 000 Geldautomaten in Deutschland. Laut einer kürzlich veröffentlichten repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bank meidet jeder fünfte Bankkunde in Deutschland die Automaten. Allerdings gaben in der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Dresdner Bank 80,4 Prozent an, es sei für sie inzwischen selbstverständlich, sich Bargeld von einer Maschine statt vom Kassierer aushändigen zu lassen. Neun von zehn Kunden (88,6 Prozent) trauen den Maschinen aber nicht und zählen das ausgezahlte Geld vorsichtshalber nochmal nach. dpa jb/sb/DP/fn
AXC0195 2007-09-05/17:53