DJ UPDATE: Exporte & Investitionen stützen deutsches BIP Ende 2007
(NEU: Kommentare von Bankvolkswirten) Von Peter Trautmann DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Das Wachstum der deutschen Wirtschaft ist im letzten Quartal des vergangenen Jahres weitgehend vom außenwirtschaftlichen Beitrag und von der Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen getragen worden. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, hat dagegen vor allem der private Konsum die wirtschaftliche Dynamik gebremst. Vor diesem Hintergrund stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember 2007 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3% gegenüber dem Vorquartal.
Die Statistiker bestätigten damit ihre Vorabschätzung vom 14. Februar. Im dritten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,7% gewachsen, im zweiten Quartal um 0,2% und im ersten um 0,6%. Auf Jahressicht lag das BIP im Schlussviertel des vergangenen Jahres kalenderbereinigt um 1,8% höher. Ohne Kalenderbereinigung belief sich das Wachstum auf 1,6%. Für das Gesamtjahr 2007 bestätigte Destatis das bereits im Januar gemeldete Wirtschaftswachstum von 2,5% (kalenderbereinigt: 2,6%).
Den Angaben zufolge legten die deutschen Exporte im vierten Quartal 2007 um 1,3% gegenüber dem Vorzeitraum zu, während die Importe um 0,2% fielen. Im Ergebnis lieferte der Außenbeitrag damit 0,7 Prozentpunkte zum Quartalswachstum von 0,3%. Die Ausrüstungsinvestitionen stiegen zudem um 3,4%, allerdings fielen die Bauinvestitionen um 1,1%. Die Investitionen in sonstige Anlagen erhöhten sich um 4,0%. Insgesamt kam von den Bruttoanlageinvestitionen ein Wachstumsbeitrag von 0,2 Prozentpunkten.
Der private Konsum verzeichnete im vierten Quartal - trotz eines deutlichen Anstiegs der verfügbaren Einkommen - einen Rückgang um 0,8%, was dem BIP 0,4 Prozentpunkte Wachstum kostete. Für das gesamte Jahr 2007 wurde zudem ein Minus beim privaten Konsum von ebenfalls 0,4% ausgewiesen. Vor allem die Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 dürfte hierfür ursächlich gewesen sein. Auch für den Staatskonsum wurde im vierten Quartal ein negatives Vorzeichen gemeldet; er fiel um 0,5% (Wachstumsbeitrag: minus 0,1 Prozentpunkt).
Bankvolkswirte konnten aus den Daten wenig positive Perspektiven für die erste Hälfte dieses Jahres ableiten. Da es im vierten Quartal aus steuerlichen Gründen zu Vorzieheffekten gekommen sei und die Investitionskosten für die Unternehmen mittlerweile höher lägen, sei für die kommenden Monate mit einer schwachen Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen zu rechnen, sagte Commerzbank-Volkswirt Matthias Rubisch. Die Exporte - zweite Stütze des Wachstums - würden zudem wegen der Aufwertung des Euro und angesichts der US-Schwäche nur moderat zulegen.
Andreas Scheuerle, Ökonom bei der DekaBank, meinte ferner, dass auch für den privaten Konsum die Belastungen zunächst hoch blieben. Er verwies diesbezüglich auf eine vorläufig hoch bleibende Inflation und auf die anhaltenden Verunsicherungen, die von den Finanzmarktturbulenzen ausgingen.
Scheuerle erwartet, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2008 nahe der Nulllinie bleiben wird. Nach Einschätzung von Commerzbank-Ökonom Rubisch könnte das Wachstum im ersten Quartal zwar wegen des milden Winterwetters 0,5% gegenüber dem Vorzeitraum betragen, die gute Entwicklung werde dann aber das Wachstum im zweiten Quartal drücken. Während die DekaBank für das Gesamtjahr 2008 ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,5% vorhersagt, sieht die Commerzbank dies bei 1,6%.
-Von Peter Trautmann, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 297 25 313, peter.trautmann@dowjones.com DJG/ptt
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February 26, 2008 06:43 ET (11:43 GMT)
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