New York (BoerseGo.de) - Negative Konjunkturdaten hätten den Bären heute allen Grund gegeben, die US-Aktienmärkte in den Keller zu schicken. Deutlich über den Erwartungen der Volkswirte für den Monat Januar gestiegene Erzeugerpreise wecken bei Börsianer erneut Inflationsängste und Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft. Das Verbrauchervertrauen hat sich im Februar auf den niedrigsten Stand seit 5 Jahren eingetrübt. Die Zahlen spiegeln die pessimistische Einschätzung der US-Bürger zur allgemeinen Wirtschaftslage und des Arbeitsmarktes wieder. Negative Impulse kommen zusätzlich vom König der Suchmaschinen Google. Das Investmenthaus UBS Warburg reduziert sein Kursziel von 650 auf 590 Dollar, nachdem gemäß den Marktforschern von Comscore die Zahl der bezahlten Klicks auf den Google-Websites auf Vorjahresniveau stagniert. Die Vorzeichen für einen positiven Börsentag standen nicht besonders rosig, hätte nicht Computergigant IBM inmitten der Börsensitzung ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 15 Milliarden Dollar angekündet und seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2008 nach oben auf 8,25 Dollar pro Aktie oder mehr angehoben. Auch die zu Handelsbeginn bei Anlegern vorherrschenden Inflationsängste werden durch Aussagen des Vize-Chefs der US-Notenbank Fed, Donald Kohn, entschärft. Gemäß Kohn ist die größte Bedrohung für die US-Wirtschaft die schwache US-Konjunktur und die Krise im Finanzsektor, die steigenden Inflationstendenzen sieht er nur als vorübergehendes Phänomen an. So rechnet auch die klare Mehrheit der Börsianer damit, dass die Federal Reserve im Rahmen der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses im März den Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,5 Prozent sinken wird. Abgerundet wurde die gute Stimmung mit positiven News aus dem Finanzsektor. Einen Tag nach der Bestätigung des Top-Ratings „AAA“ für den Bondsversicherer MBIA durch die Ratingagentur S&P bekräftigen nun auch die Kollegen von Moody’s ihre „AAA“-Bewertung für den Anleiheversicherer.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendet den Handel mit einem Plus von 0,91 Prozent auf 12 685 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewinnt 0,7 Prozent auf 1381 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt um 0,75 Prozent auf 2345 Punkte zu. Sieger im Dow ist IBM mit einem Plus von 3,72 Prozent auf 114,18 Dollar. Bei den Techs überzeugt Chipriese Intel mit einem Plus von 3,71 Prozent auf 20,68 Dollar. An der New York Stock Exchange wechselten 1,53 Milliarden Aktien den Besitzer. 2160 Werte legten zu, 980 gaben nach. An der Nasdaq gab es bei Umsätzen von 2,31 Milliarden Aktien 1907 Gewinner und 1075 Verlierer.
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) klettert an der New Yorker Terminbörse Nymex um 1,67 Dollar auf einen Schlusstand von 100,90 Dollar. Händler begründen den Preisanstieg mit der anhaltenden Kältewelle im Nordosten der USA. Der Preis für die Feinunze Gold klettert um 7,70 Dollar und notiert zu Handelsende bei 948,20 Dollar. Händler begründen den Anstieg für das Edelmetall mit dem schwachen Dollar, der aufgrund der schwachen US-Konjunkturdaten auf dem niedrigsten Niveau in den letzten drei Wochen notiert. Stark angestiegene Erzeugerpreise schüren Inflationsängste, Gold gilt als Absicherung gegen Inflation.
Weltgrößte PC-Hersteller bestätigt Prognose
CEO Mark Hurd von Hewlett -Packard teilt im Rahmen einer Goldman Sachs Analysten-Konferenz in Las Vegas mit, dass das Unternehmen zuversichtlich ist, die für das Geschäftsjahr 2008 nach oben korrigierte Gewinnprognose von 3,50 bis 3,54 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 113,5 bis 114 ,0 Milliarden Dollar zu erfüllen. Hurd bestätigt ein starkes Wachstum in Schwellenländern wie Russland, Brasilien, China, Indien und Osteuropa. 69 Prozent des Gesamtumsatzes von Hewlett-Packard resultiert aus Geschäften außerhalb der USA. Die Aktie steigt 2,22 Prozent auf 49,20 Dollar.
Chinesische Tech-Aktie explodiert
Die Aktie des chinesischen Mobiltelefon-Design-Unternehmens China Techfaith Wireless explodiert, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal die Gewinn- und Umsatzprognosen der Analysten deutlich übertroffen hat. Auch für das aktuelle Quartal zeigt sich das Management zuversichtlich und erhöht seine Umsatzprognose von 42,86 Millionen auf 48 bis 49 Millionen Dollar. Das Unternehmen deckt den gesamten Mobiltelefon-Designzyklus ab, einschließlich industriellem, mechanischem, Hardware- und Software-Design. Im Vergleich zum Vorquartal hat der Mobiltelefon-Designer seinen Umsatz für Smartphones verdoppelt. Auch eine geplante Zusammenarbeit mit Google zur Entwicklung eines neuen auf dem neuen Betriebssystem Android basierenden Handys sorgt für Kursfantasie. Analyst Brian White vom Investmenthaus Jefferies & Co empfiehlt die Aktie aktuell zum Kauf. Das Papier gewinnt 18,74 Prozent auf 6,21 Dollar.
IBM erhöht Gewinnprognose
Der US-Hardware-Gigant International Business Machines Corporation (IBM) verkündet ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 15 Milliarden Dollar. Durch das Aktienrückkaufprogramm wird ein zusätzlicher Gewinn von etwa 5 Cents für das Geschäftsjahr 2008 generiert. Das Management rechnet für das Geschäftsjahr 2008 nun mit einem Gewinn von mindestens 8,25 Dollar pro Aktie oder mehr, was über den aktuellen Erwartungen von Wall Street von 8,22 Dollar pro Aktie liegt. Die Aktie gewinnt 3,91 Prozent auf 114,38 Dollar.
Google weiter auf Talfahrt
Das Investmenthaus UBS Warburg reduziert sein Kursziel für den Suchmaschinenriesen Google von 650 auf 590 Dollar, nachdem gemäß den Marktforschern von Comscore die Zahl der bezahlten Klicks auf den Google-Websites auf Vorjahresniveau stagniert ist. Auch die Kollegen von Lehman Brothers prognostizieren für die Aktie kurzfristig weiteres Abwärtspotential. Die Analysten von Jefferies sehen bei einer weiteren Eintrübung in dem Geschäft mit den bezahlten Klicks die Umsatzprognose für das erste Quartal von 3,69 Milliarden Dollar gefährdet. Die Aktie verliert 4,57 Prozent auf 464,19 Dollar.
Home Depot verfehlt Erwartungen
Die Baumarktkette Home Depot Inc. erwirtschaftete im vierten Quartal einen Nettogewinn von 671 Millionen Dollar bzw. 40 Cents je Aktie. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres verdiente Home Depot 925 Millionen Dollar bzw. 46 Cents je Aktie. Der Umsatz stieg um 1,5% auf 17,66 Milliarden Dollar. Im Filialumsatzbereich stellte sich ein Minus von 8,3% ein. Wie das Unternehmen am Dienstag weiter mitteilte, wird für das Geschäftsjahr 2008 mit Rückgängen beim Umsatz und operativen Gewinn von 4-5% sowie 19-24% gerechnet. Die Aktie gewinnt 0,03 Prozent auf 28,83 Dollar.
Target-Aktie dreht ins Plus
Die Aktie der Handelskette Target Corporation dreht aktuell deutlich ins Plus, nachdem das Management im Rahmen des Konferenzgesprächs die Gewinnerwartungen von Wall Street für das erste Quartal von 0,73 Dollar pro Aktie wie auch für das Geschäftsjahr 2008 von 3,63 Dollar pro Aktie bestätigt hat. Das Unternehmen hat im vierten Quartal mit einem Gewinn von 1,23 Dollar pro Aktie die Konsensschätzungen der Analysten um 1 Cent übertroffen. Der Umsatz für das vierte Quartal ist mit 19,87 Milliarden Dollar im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Das Papier verteuert sich um 3,08 Prozent auf 54,89 Dollar.
