New York (BoerseGo.de)- Ausgerechnet die angeschlagenen US-Anleiheversicherer sorgen erneut für eine späte Ralley an den US-Börsen. Schützenhilfe kam diesmal von der Ratingagentur Standard & Poor‘s, die ihr Top-Rating AAA für die Bondsversicherer Ambac und MBIA bestätigt. Im Gegensatz zu MBIA bleibt jedoch Ambac weiter unter Beobachtung, was eine spätere Abstufung nicht ausschließt. Diese Meldung lässt Börsianer aufatmen, sind zumindest vorerst eine Abstufung der Bonitätsnoten und damit verbundene weitere milliardenschwere Abschreibungen für die Finanzkonzerne vom Tisch. Der Finanzsektor klettert zu Handelsschluss auf ein Plus von 1,2 Prozent, nachdem der Index bereits mit 1,7 Prozent im Minus notierte. Das Investmenthaus Goldman Sachs belastete die Branche zu Handelsbeginn, nachdem die Finanzexperten in Folge der Hypothekenkrise bei großen US-Investmentbanken weiteren Abschreibungsbedarf in Milliardenhöhe prognostizieren, alleine bei der Citigroup rechnet Goldman Sachs in diesem Quartal mit einem Wertverlust in Höhe von 12 Milliarden Dollar. Ein wenig Hoffnung kam kurz nach Markteröffnung dagegen vom Immobilienmarkt, nachdem die Zahl der Verkäufe von bestehenden Eigenheimen für den Monat Januar mit 4,89 Millionen Einheiten über den Erwartungen der Volkswirte ausgefallen ist und sich die Abwärtsbewegung bei diesen Verkäufen zumindest deutlich verlangsamt. Im Tech-Sektor spielen einmal mehr „Merger & Acquisitions die Hauptrolle. Der Spielesoftware-Hersteller Electronic Arts erhöht sein Angebot für den Branchenkollegen Take-Two Interactive Software auf 2,0 Milliarden Dollar. Die Aktie von Take-Two schoss daraufhin um 54,31 Prozent in die Höhe. Die Aktionäre von Getty Images dürfen sich über ein Kursplus von 29,52 Prozent freuen, nachdem die US-Bildagentur von der Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman für 2,4 Milliarden Dollar geschluckt wird.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendet den Handel mit einem Plus von 1,53 Prozent auf 12570 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gewinnt 1,38 Prozent auf 1372 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq klettert um 1,05 Prozent auf 2327 Punkte. Tagessieger im Dow war die Aktie von Alcoa mit einem Kursplus von 6,29 Prozent auf 38,85 Dollar. Bei den Techs überzeugt Marvell Technology mit einem Plus von 5,75 Prozent auf 11,76 Dollar. An der New York Stock Exchange wechselten 1,47 Milliarden Aktien den Besitzer. 2389 Werte legten zu, 766 gaben nach. An der Nasdaq gab es bei Umsätzen von 2,41 Milliarden Aktien 1998 Gewinner und 984 Verlierer.
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) klettert an der New Yorker Terminbörse Nymex um 22 Cents auf 99,28 Dollar. Neben den anhaltenden Spannungen im Nordirak und im Iran führen Händler den Preisanstieg auf eine erhöhte Nachfrage wegen besonders kaltem Wetter im Norden der USA zurück. Experten gehen davon aus, dass die Kältewelle in der nächsten Woche zu einem erhöhten Energiebedarf von sieben Prozent gegenüber dem Normalverbrauch führt. Der Preis für die Feinunze Gold fällt um 8,40 Dollar und notiert zu Handelsschluss bei 939,40 Dollar. Händler begründen den stärksten Preisrückgang seit den letzten zwei Wochen mit der Meldung, dass der Internationale Währungsfonds den Verkauf eines Teils seiner Goldreserven plant.
Analyst bullisch für Juniper Networks
Das Investmenthaus RBC Capital erhöht sein Rating für die Nummer zwei im Weltmarkt für Router und Switches Juniper Networks von Sector Perform auf Outperform mit Kursziel 30 Dollar. Analyst Mark Sue stützt seine positive Einschätzung auf das robuste Umsatzwachstum des Unternehmens und einem bullischen Ausblick für das Router-Geschäft. Im Gegensatz zu Konkurrent Cisco Systems rechnet der Finanzexperte für Juniper Networks mit einen anhaltend robusten Router-Geschäft in Europa. Aufgrund neuer Produkteinführungen prognostiziert Analyst Mark Sue für das Geschäftsjahr 2008 ein Umsatzwachstum von mehr als 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Die Aktie gewinnt 5,35 Prozent auf 27,59 Dollar.
Chinesische Tech-Aktie mit Kurssprung
Der chinesische Online-Spielentwickler Perfect World übertrifft mit einem Gewinn von 0,34 Dollar pro Aktie für das vierte Quartal die Erwartungen von Wall Street um 7 Cents. Der Umsatz steigt gegenüber Vorjahr um 20,8 Prozent auf 35,42 Millionen Dollar und liegt ebenfalls über den Konsensschätzungen von 29,79 Millionen Dollar. Für das aktuelle erste Quartal erhöht das Management seine Umsatzprognose von 32,1 auf 38,7 bis 39,8 Millionen Dollar. Verkaufsschlager des Unternehmens ist das 3D-Fantasy-Onlinespiel Perfect World. Weiter teilt das Management mit, dass der Beginn des öffentliche Betatests für das Online-Spiel „Hot Dance Party“ für Ende dieses Quartals erwartet wird. Die Aktie klettert um 12,33 Prozent auf 28,60 Dollar.
100 Prozent Kurspotential für Chip-Aktie
Die Aktie des US-Prozessorherstellers Marvell Technology ist aktuell nach einem bullischen Bericht im US-Börsenmagazin Barron‘s der Top-Performer im Nasdaq 100-Index. Analyst Sangeeth Peruri vom Investmenthaus J&W Seligman sieht für die Aktie ein Kurspotential von über 100 Prozent. Der Halbleiterspezialist ist in den Wachstumsmärkten DVD-Spieler und LCD-TVs hervorragend positioniert. Das Investmnethaus Caris & Company stuft die Aktie aktuell mit einem Above Average Rating und Kursziel 14 Dollar ein. Das Papier steigt um 5,85 Prozent auf 11,77 Dollar.
Tech-Aktie mit Kursexplosion nach Zahlen
Der Spezialist für On-Demand Drucklösungen Zebra Technologies Corporation übertrifft im vierten Quartal mit einem Gewinn von 0,45 Dollar pro Aktie die Konsensschätzungen der Analysten um 2 Cents. Der Umsatz steigt gegenüber Vorjahr um 11,3 Prozent auf 233,6 Millionen Dollar und liegt ebenfalls über den Erwartungen von Wall Street von 226 Millionen Dollar. Für das erste Quartal rechnet das Management mit einem Gewinn von 0,36 bis 0,44 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 238 bis 255 Millionen Dollar. Die aktuellen Konsensschätzungen für das erste Quartal liegen bei einem Gewinn von 0,42 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 232,78 Millionen Dollar. Zusätzlich verkündet das Management ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 3,0 Millionen Aktien. Die Aktie gewinnt 12,56 Prozent auf 33,07 Dollar.
Visa plant deutlichen Rekord-IPO in USA
Der in San Francisco ansässige Kreditkartenanbieter Visa will aus einem geplanten Börsengang Mehreinnahmen von fast 19 Milliarden Dollar generieren. Dies entspreche dem bislang größten Emissionsvolumen eines einzigen Unternehmens in den USA. Wie Visa im Rahmen der IPO-Anmeldung gegenüber der Börsenaufsicht weiter mitteilte, werden 406,6 Millionen Aktien zu jeweils 37-42 Dollar ausgegeben. Zur Abdeckung eines möglichen Nachfrageüberhangs bietet Visa außerordentlich weitere 40,6 Millionen Aktien zur Zeichnung an. Der IPO würde die bislang größten Emissionen in den USA deutlich übertreffen. Den Rekord hält AT&T Wireless aus dem Jahr 2000 mit 10,6 Milliarden Dollar.
