Der Euro
"Die EZB hat dem Euroraum mit ihrer Neuausrichtung vom Donnerstag einen Bärendienst erwiesen", sagte Folker Hellmeyer, Chefstratege bei der Bremer Landesbank. Die Notenbank habe der zuvor leichten Dollarerholung durch ihre Ankündigung, den Leitzins im Währungsraum demnächst anheben zu wollen, entgegengewirkt. "Dies ist kontraproduktiv für den Euroraum, insbesondere mit Blick auf das konjunkturelle Nord-Süd-Gefälle in Europa." So seien speziell die ohnehin wachstumsschwächeren Mitgliedsländer Südeuropas negativ von dem hohen Eurokurs betroffen. Als Grund gilt deren starke Ausrichtung auf preisempfindliche Güter aus der Landwirtschaft.
Auch den drastischen Ölpreisanstieg von insgesamt mehr zehn Dollar in den letzten beiden Tagen schrieb Hellmeyer der EZB zu. "So bekämpft man nicht die Inflation." Verstärkt worden sei der Kursauftrieb des Euro von dem ungünstigen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag. So war die Arbeitslosenquote in den USA überraschend stark von 5,0 Prozent auf 5,5 Prozent gestiegen. Die Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung fielen laut Experten gemischt aus.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse
für einen Euro auf 0,79710 (0,78970) britische Pfund
AXC0127 2008-06-06/16:58
