DJ Wall Street schließt sehr schwach - AIG und Finanzwerte unter Druck
NEW YORK (Dow Jones)--Belastet von schwachen Zahlen der American International Group (AIG) und den daraus resultierenden Abgaben bei den Finanzwerten haben die Kurse an Wall Street am Donnerstag mit einer sehr schwachen Tendenz geschlossen. Ein weiterer Belastungsfaktor waren schwache wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung ist um 7.000 auf 455.000 gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit März 2002. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang um 23.000 erwartet. Auch schwache Einzelhandelsdaten drückten auf das Sentiment.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) reduzierte sich um 1,9% oder 225 Punkte auf 11.431 und schloss damit nur 15 Punkte über seinem Tagestief. Der S&P-Index verzeichnete ein Minus von 1,8% bzw 23 Zählern auf 1.266. Der Nasdaq-Composite gab um 1,0% oder 23 Punkte auf 2.356 nach. Umgesetzt wurden dabei 1,28 (Mittwoch: 1,20) Mrd Aktien. Den 694 Gewinnern standen 2.364 Verlierer gegenüber, unverändert schlossen 79 Titel.
Die schwachen Zahlen von AIG und die überraschend gestiegenen wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten sorgten für ein abruptes Ende der Erholungsbewegung. "Es gibt weiter einige ungeklärte Fragen in Bezug auf die Finanzwerte und deren Zukunft", so ein Teilnehmer. Es gehe am Markt derzeit "einen Schritt vor, zwei Schritte zurück", so ein Analyst. "Wir befinden uns in einer Abwärtsbewegung und die Erholungsphasen werden jedes Mal kürzer", so der Teilnehmer weiter.
AIG schockte den Markt am Mittwoch mit nachbörslich bekannt gegebenen Zahlen für das zweite Quartal. Der Versicherer meldete einen Verlust von 5,4 Mrd USD und damit den dritten Milliarden-Quartalsverlust in Folge. Hintergrund waren weitere Wertverluste aus zweitrangigen Hypotheken. Die Aktie brach um 18% auf 23,84 USD ein und verzeichnete damit den größten prozentualen Verlust seit Mai 1981.
Im Gefolge gaben auch andere Finanzwerte deutlich nach. So verloren die Aktien von Bank of America 5,8% auf 31,52 USD und J.P.Morgan gingen mit einem Abschlag von 3,8% bei 39,81 USD aus dem Handel. Auch die beiden US-Hypothekenversicherer Freddie Mac und Fannie Mae gerieten erneut unter Druck und verloren 9,2% auf 5,89 USD bzw 14% auf 9,95 USD.
Mit der Veröffentlichung von Juli-Umsätzen standen zudem die Einzelhändler im Fokus des Interesses. Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart steigerte den Absatz flächenbereinigt zwar um 3% und verfehlte damit aber die Analystenerwartung von 3,4% knapp. Die Aktie reduzierte sich um 6,2% auf 56,96 USD.
Bei den Bankentiteln standen Citigroup im Blickpunkt, die um 6,2% auf 18,47 USD nachgaben. Die Bank hat sich einem Zeitungsbericht zufolge mit Regulierungsbehörden des Bundes- und der Bundesstaaten im Grundsatz auf den Rückkauf von so genannten Auction-Rate-Securities (ARS) geeinigt. Laut "Wall Street Journal" wird die US-Bank die an Privatpersonen, kleine Unternehmen und Wohltätigkeitsorganisationen verkauften ARS zurückkaufen. Einzelheiten müssten aber noch geklärt werden. Im Raum steht eine Strafzahlung von 100 Mio USD und der Rückkauf von ARS-Anleihen im Wert von 5 Mrd bis 8 Mrd USD, hieß es.
DJG/DJN/ros
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August 07, 2008 17:08 ET (21:08 GMT)
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