DJ E.ON ordnet den Vertrieb neu und streicht Stellen - Welt
BERLIN (Dow Jones)--Der Energiekonzern E.ON steht vor einer umfassenden Neustrukturierung seiner deutschen Vertriebsaktivitäten. Wie der Vorstandsvorsitzende der für Deutschland zuständigen Konzerntochter E.ON Energie, Klaus-Dieter Maubach, der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) sagte, sollen sechs der sieben E.ON-Regionalgesellschaften gebündelt werden. Zudem würden 40 der 60 Service-Standorte geschlossen. Insgesamt sollen laut Maubach rund 10% der Stellen im E.ON Vertrieb wegfallen.
Die Planungen für den Konzernumbau begannen laut Welt vor rund zwei Jahren unter dem Namen "Regi.on". Mit dem Konzernumbau will sich E.ON kostengünstiger aufstellen, um dem anziehenden Wettbewerb begegnen zu können. "Wir haben jetzt alle Verträge unter Dach und Fach."
Laut Maubach soll ab jetzt die Produkt- und Preispolitik der Regionalgesellschaften unter einem Dach gestaltet werden. So könnten schneller neue Produkte entwickelt werden. Auch auf Angebote von Wettbewerbern in einzelnen Regionalmärkten werde man schneller reagieren können, sagte Maubach. Nach außen hin sollen allerdings die Regionalgesellschaften weiter unter ihren hergebrachten Marken existieren. Bislang wurden die Stromtarife in jeder Gesellschaft eigenständig entwickelt. So konnte es Monate dauern, bis ein neues Stromprodukt, wie etwa ein Ökotarif, auf den Markt kam.
Weiter sollen laut Maubach die Service-Gesellschaften auf wenige Standorte konzentriert werden: "Von den heute über 60 Standorten sollen in Zukunft nur noch bis zu 20 erhalten bleiben", sagte Maubach. Insgesamt würden bei der Umstrukturierung bis zu 1.800 Stellen der rund 15.000 Stellen sozialverträglich gestrichen.
"Niemandem wird gekündigt", sagte Maubach. "Wir setzen unter anderem auf Altersteilzeit." Die Verlagerungen würden Standorte in ganz Deutschland betreffen. Die Einsparungen sollen laut Maubach mehrere hundert Millionen betragen. Genaue Zahlen wollte der E.ON-Manager nicht nennen. Die Umstrukturierungen sollen bis Ende 2012 abgeschlossen werden.
Allein die E.ON Regionalgesellschaft in Thüringen beteilige sich nicht an der neuen Struktur, sagte Maubach der Zeitung weiter. Dort hätten die beteiligten Kommunen im Gegenzug zu weit reichende Forderungen gestellt, man sei jedoch für weitere Gespräche offen. Mit dem Konzernumbau will sich E.ON kostengünstiger aufstellen, um dem anziehenden Wettbewerb begegnen zu können. In den vergangenen Monaten hatten E.ON im klassischen Geschäft rund 600.000 Kunden verloren.
"Glücklicherweise konnten wir diesen Verlust durch unsere Tochter 'E - wie einfach' deutlich überkompensieren", sagte Maubach. Im Internetbasierten Verkauf habe E.ON mehr als 800.000 Kunden gewonnen. Trotzdem sei es absehbar, dass die Leistungsfähigkeit der Regionalgesellschaften gesteigert werden müsse. Selbst 'E - wie einfach' habe wegen der weltweit gestiegenen Gaspreise seine Preisgarantie für Gas aufgeben müssen. Auch werde derzeit überprüft, ob die Strompreisgarantie bei dem Billiganbieter noch lange zu halten sei.
Webseite: http://www.welt.de DJG/cbr/kla
(END) Dow Jones Newswires
August 26, 2008 13:30 ET (17:30 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
