Bremen (ots) - Merkel und Schmidt waren aus nicht uneigennützigen Motiven bereit, für den schönen Honorarzuschlag einen politischen Preis zu zahlen. Beide wissen, dass sie den umstrittenen Gesundheitsfonds zum 1. Januar mit möglichst viel Geld ausstatten müssen. Sie wissen, dass die Kritik daran in diesem Herbst wieder ziemlich hochkochen wird. Da wollte man sich nach allen Erfahrungen der Vergangenheit wenigstens das Wohlwollen der Ärzte sichern. Und auch das der Kliniken. Jedenfalls erhoffen sich Schmidt und Merkel, dass nicht wieder wie bei der letzten Gesundheitsreform mit der Praxisgebühr in den Wartezimmern gegen die Regierungsparteien agitiert wird. Es ist halt so wie im richtigen Leben. Wenn es piekst, muss Pflaster her. Und bei größeren Einstichen zusätzlich noch etwas heilende Medizin. Nach diesem Muster will die Große Koalition denn auch die schmerzlichen Nebenwirkungen ihrer Gesundheitsreform angehen. Nur ist da die Therapie etwas komplizierter, weil die Koalitionsärzte von Union und SPD halt nach unterschiedlichen Rezepten vorgehen wollen. Sicher ist, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber als kleines Trostpflaster eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung erhalten werden.
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