Köln, Berlin (ots) - Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, heute im n-tv Talk Spezial
zum Börsengang der Bahn vor dem Hintergrund der aktuellen Börsenkrisen:
"Wir sind seit Jahren dabei das Unternehmen fit für die Börse zu machen, kapitalmarktfähig. Die Menschen im Land haben gemerkt, dass wir die Bahn stark verändert haben, das war ein langer Prozess. Wir gehen in einer Zeit an die Börse, wo Turbulenzen am amerikanischen Immobilienmarkt aufgetreten sind. [...] Aber die Aufregung in Deutschland verspüren wir so nicht am Kapitalmarkt. Wir haben eine große Akzeptanz mit unserem Geschäftsmodell. Wir sind ein sicherer Wert, der nicht konjunkturell rauf und runter geht. Sieben Millionen Fahrgäste pro Tag und eine Million Tonnen Fracht pro Tag können sich nicht einfach übermorgen um halb drei Uhr verabschieden und woanders hingehen."
Zum Protest der Politik, speziell von Fritz Kuhn:
"Fritz Kuhn ist noch nicht als Börsenexperte aufgefallen. Da wird das Geschäft mit der Angst gemacht. Der Kapitalmarkt reagiert nicht negativ. Sollte er das tun, sind wir jederzeit in der Lage, uns den Prozess anzugucken, aber dazu gibt es heute keinen Anlass. [...] Ich bin mir sicher, dass wir ein großes Volumen verkaufen und einen ordentlichen Preis bekommen können."
Zur Kritik der Grünen an der Bahn:
"Die Grünen tun immer so, als seien sie Bahnfreunde und tun ein Stöckchen nach dem anderen in die Speichen der Bahn. Die Bahn ist das grünste, ökologischste und ökonomischste Verkehrsmittel weit und breit, aber sie helfen uns nicht, dies zu honorieren."
Zu einer Verschiebung des Termins des Börsengangs:
"Macht weder Sinn, noch wird die Situation besser und es müsste ja einen Anlass geben."
Zu den Investitionen der Ölscheichs:
"Schlange stehen die nicht, aber sie haben ein Einkommen, da fließen die Öl-Milliarden und sie wollen investieren - und das wollen sie in sichere Werte. Das sind wir einer. [...] Es ist nicht weniger Geld im Markt. Das Geschäft mit der Angst ist falsch, die Geschäfte gehen weltweit weiter."
Zur Substanz der Bahnaktie:
"Die Bahn ist solide und hat ein robustes Geschäftsmodell. Wir sind in den letzten fünf Jahren, Jahr für Jahr gewachsen. Noch nie sind so viele Menschen mit der Bahn gefahren und noch nie haben wir soviel Fracht transportiert wie im letzten halben Jahr. Unser Betriebsergebnis liegt über dem vom Vorjahr. Und wir sind marktunabhängig aufgestellt."
Zum Angebot der russischen Staatsbahn, einen Fünf-Prozent-Anteil zu erwerben:
"Geld kennt keine Grenzen. Deutschland ist ein Exportland. Das ganze Geld, das wir für den Export bekommen, kommt aus dem Ausland. [...] Mit Russland verbindet uns sehr viel, wir haben große Geschäftsbeziehungen mit denen. Das ist ein riesiger Transportmarkt. Wir freuen uns, wenn die Russen hier investieren, das macht Sinn."
Zu den Befürchtungen, hinter den wirtschaftlichen Interessen Russlands könnten sich politisch- strategische Interessen verbergen:
"Wir leben nicht mehr 1945, wo die Russen Deutschland besetzen wollen. Wir reden hier von einem Börsengang von über 24,9 Prozent. Wir geben Namensaktien aus und wissen genau, wer wie viel hat. Da kann sich keiner reinschmuggeln. Und die Bundesrepublik behält die absolute Mehrheit. Eine Einflussnahme eines Aktionärs ist nach dem Aktienrecht gar nicht möglich."
Zum Vorteil des Börsengangs für die Bahnkunden:
"Wir bekommen neues Kapital durch den Börsengang. Der Verkehrsminister wird in der Lage sein, rund eine Milliarde in Infrastruktur zu stecken. [...] Hier kommt allein durch das Geschäft ein Schub an Infrastrukturmaßnahmen, die wir dringend brauchen und der sonst nicht käme und hier Geschäft verhindern würde."
Zur möglichen Prämie für den Vorstandsvorsitzenden beim Börsengang:
"Das hängt davon ab, zu welchem Preis das weggehen wird und ob das überhaupt stattfindet, weiß ich nicht. Aber es ist üblich, dass man so was macht und einen Anreiz schafft."
Zu den Erlöserwartungen:
"Ich beteilige mich nicht an Spekulationen. [...] Wir haben die ersten Analystenberichte bekommen und die bestätigen, dass wir ein solides, krisenfestes und sicheres Unternehmen sind und empfehlen unisono den Kauf."
Zum Spagat zwischen Renditeerwartung einerseits und günstigen Fahrpreisen andererseits:
"Natürlich haben wir Renditeerwartungen. Unser größter Aktionär ist die BRD, die will auch eine Rendite sehen und die wird marktüblich sein. Und sie nutzt die Rendite auch hoffentlich wieder für Infrastrukturmaßnahmen. Damit schließt sich wieder der Kreis zum Kunden."
Zum angeblich schlechten Service der Bahn:
"Wir sind nicht ganz schlecht. Wir haben auch unsere kleinen Waterloos. Dass mal ein Zug eine Panne hat oder wir haben das Problem mit den Selbstmördern auf den Gleisen und vieles andere. Wir sind nicht perfekt und werden es auch nie sein."
Zum Bedienzuschlag:
"Wir haben das Unternehmen kundennah gemacht, so gut wie es für einen Massentransporteur geht. Die Menge Mensch erlaubt keinen individuellen Service bei der Bahn. [...] Der Schalter ist der teuerste Vertriebsweg. Wir wollten, dass die 65 Prozent, die dort sowieso nicht kaufen, nicht mit Mehrkosten beaufschlagt werden, die nur ein paar in Anspruch nehmen."
Frei mit dem Hinweis auf n-tv.
Das "n-tv Talk Spezial" mit Hartmut Mehdorn wird heute um 23.10 Uhr erneut ausgestrahlt.
Originaltext: n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8180 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8180.rss2
Pressekontakt: Sonja Friedrich 0221-91522620 sonja.friedrich@n-tv.de
zum Börsengang der Bahn vor dem Hintergrund der aktuellen Börsenkrisen:
"Wir sind seit Jahren dabei das Unternehmen fit für die Börse zu machen, kapitalmarktfähig. Die Menschen im Land haben gemerkt, dass wir die Bahn stark verändert haben, das war ein langer Prozess. Wir gehen in einer Zeit an die Börse, wo Turbulenzen am amerikanischen Immobilienmarkt aufgetreten sind. [...] Aber die Aufregung in Deutschland verspüren wir so nicht am Kapitalmarkt. Wir haben eine große Akzeptanz mit unserem Geschäftsmodell. Wir sind ein sicherer Wert, der nicht konjunkturell rauf und runter geht. Sieben Millionen Fahrgäste pro Tag und eine Million Tonnen Fracht pro Tag können sich nicht einfach übermorgen um halb drei Uhr verabschieden und woanders hingehen."
Zum Protest der Politik, speziell von Fritz Kuhn:
"Fritz Kuhn ist noch nicht als Börsenexperte aufgefallen. Da wird das Geschäft mit der Angst gemacht. Der Kapitalmarkt reagiert nicht negativ. Sollte er das tun, sind wir jederzeit in der Lage, uns den Prozess anzugucken, aber dazu gibt es heute keinen Anlass. [...] Ich bin mir sicher, dass wir ein großes Volumen verkaufen und einen ordentlichen Preis bekommen können."
Zur Kritik der Grünen an der Bahn:
"Die Grünen tun immer so, als seien sie Bahnfreunde und tun ein Stöckchen nach dem anderen in die Speichen der Bahn. Die Bahn ist das grünste, ökologischste und ökonomischste Verkehrsmittel weit und breit, aber sie helfen uns nicht, dies zu honorieren."
Zu einer Verschiebung des Termins des Börsengangs:
"Macht weder Sinn, noch wird die Situation besser und es müsste ja einen Anlass geben."
Zu den Investitionen der Ölscheichs:
"Schlange stehen die nicht, aber sie haben ein Einkommen, da fließen die Öl-Milliarden und sie wollen investieren - und das wollen sie in sichere Werte. Das sind wir einer. [...] Es ist nicht weniger Geld im Markt. Das Geschäft mit der Angst ist falsch, die Geschäfte gehen weltweit weiter."
Zur Substanz der Bahnaktie:
"Die Bahn ist solide und hat ein robustes Geschäftsmodell. Wir sind in den letzten fünf Jahren, Jahr für Jahr gewachsen. Noch nie sind so viele Menschen mit der Bahn gefahren und noch nie haben wir soviel Fracht transportiert wie im letzten halben Jahr. Unser Betriebsergebnis liegt über dem vom Vorjahr. Und wir sind marktunabhängig aufgestellt."
Zum Angebot der russischen Staatsbahn, einen Fünf-Prozent-Anteil zu erwerben:
"Geld kennt keine Grenzen. Deutschland ist ein Exportland. Das ganze Geld, das wir für den Export bekommen, kommt aus dem Ausland. [...] Mit Russland verbindet uns sehr viel, wir haben große Geschäftsbeziehungen mit denen. Das ist ein riesiger Transportmarkt. Wir freuen uns, wenn die Russen hier investieren, das macht Sinn."
Zu den Befürchtungen, hinter den wirtschaftlichen Interessen Russlands könnten sich politisch- strategische Interessen verbergen:
"Wir leben nicht mehr 1945, wo die Russen Deutschland besetzen wollen. Wir reden hier von einem Börsengang von über 24,9 Prozent. Wir geben Namensaktien aus und wissen genau, wer wie viel hat. Da kann sich keiner reinschmuggeln. Und die Bundesrepublik behält die absolute Mehrheit. Eine Einflussnahme eines Aktionärs ist nach dem Aktienrecht gar nicht möglich."
Zum Vorteil des Börsengangs für die Bahnkunden:
"Wir bekommen neues Kapital durch den Börsengang. Der Verkehrsminister wird in der Lage sein, rund eine Milliarde in Infrastruktur zu stecken. [...] Hier kommt allein durch das Geschäft ein Schub an Infrastrukturmaßnahmen, die wir dringend brauchen und der sonst nicht käme und hier Geschäft verhindern würde."
Zur möglichen Prämie für den Vorstandsvorsitzenden beim Börsengang:
"Das hängt davon ab, zu welchem Preis das weggehen wird und ob das überhaupt stattfindet, weiß ich nicht. Aber es ist üblich, dass man so was macht und einen Anreiz schafft."
Zu den Erlöserwartungen:
"Ich beteilige mich nicht an Spekulationen. [...] Wir haben die ersten Analystenberichte bekommen und die bestätigen, dass wir ein solides, krisenfestes und sicheres Unternehmen sind und empfehlen unisono den Kauf."
Zum Spagat zwischen Renditeerwartung einerseits und günstigen Fahrpreisen andererseits:
"Natürlich haben wir Renditeerwartungen. Unser größter Aktionär ist die BRD, die will auch eine Rendite sehen und die wird marktüblich sein. Und sie nutzt die Rendite auch hoffentlich wieder für Infrastrukturmaßnahmen. Damit schließt sich wieder der Kreis zum Kunden."
Zum angeblich schlechten Service der Bahn:
"Wir sind nicht ganz schlecht. Wir haben auch unsere kleinen Waterloos. Dass mal ein Zug eine Panne hat oder wir haben das Problem mit den Selbstmördern auf den Gleisen und vieles andere. Wir sind nicht perfekt und werden es auch nie sein."
Zum Bedienzuschlag:
"Wir haben das Unternehmen kundennah gemacht, so gut wie es für einen Massentransporteur geht. Die Menge Mensch erlaubt keinen individuellen Service bei der Bahn. [...] Der Schalter ist der teuerste Vertriebsweg. Wir wollten, dass die 65 Prozent, die dort sowieso nicht kaufen, nicht mit Mehrkosten beaufschlagt werden, die nur ein paar in Anspruch nehmen."
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Das "n-tv Talk Spezial" mit Hartmut Mehdorn wird heute um 23.10 Uhr erneut ausgestrahlt.
Originaltext: n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8180 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8180.rss2
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