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ots.CorporateNews: EiD Energienintensive Branchen / Milliarden-Belastung durch ...

DJ ots.CorporateNews: EiD Energienintensive Branchen / Milliarden-Belastung durch ...

Berlin (ots) - Auf die energieintensive Industrie in Deutschland 
rollt eine riesige Kostenlawine zu, wenn die Pläne der EU-Kommission 
zum Emissionshandel unverändert umgesetzt werden. Um knapp 4 
Milliarden Euro würde sich ab 2013 die Produktion der Branchen 
Baustoffe, Glas, Chemie, Papier, Metalle und Stahl verteuern. Bis 
2020 würde die Belastung auf mehr als 7,2 Milliarden Euro ansteigen. 
Die Unternehmen wären dadurch international nicht mehr 
wettbewerbsfähig. 
 
Vertreter der energieintensiven Industrien forderten deshalb heute 
gemeinsam in Brüssel, ihren Unternehmen die Emissionszertifikate für 
den Betrieb ihrer Anlagen unentgeltlich zuzuteilen und für die 
steigenden Strompreise einen Ausgleich zu schaffen. Dies müsse jetzt 
im Rahmen der Novellierung der Emissionshandelsrichtlinie entschieden 
werden, um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben. "Wird der 
Vorschlag der Kommission zum Emissionshandel unverändert 
verabschiedet, ist eine De-Industrialisierung Deutschlands nicht 
aufzuhalten", fasste Ulrich Lehner, Präsident des Verbandes der 
Chemischen Industrie (VCI) die düsteren Aussichten zusammen. Das 
gelte auch für andere europäische Länder. "Wir appellieren an 
Ministerrat und Parlament, diesen Kahlschlag nicht zuzulassen", so 
Lehner weiter. 
 
Hintergrund ist die Wettbewerbslage der betroffenen Branchen. Ihre 
Unternehmen konkurrieren mit außereuropäischen Wettbewerbern, die 
keinen vergleichbaren Klimaschutzauflagen unterliegen. Die Kosten des 
Emissionshandels kann die energieintensive Industrie deshalb nicht an 
ihre Kunden weitergeben. Die Folge wäre eine Abwanderung der 
Produktion in Länder ohne Klimaschutzvorgaben. Für den Klimaschutz 
wäre damit nichts gewonnen. Um den Ausstoß der Treibhausgase zu 
senken, spielt es keine Rolle, ob die Emissionsrechte kostenlos 
zugeteilt oder versteigert werden. "Wir befürch¬ten, dass die 
industrielle Realität unserer Branchen im Europäischen Parlament 
nicht hin¬reichend wahrgenommen wird", erklärte Hans Jürgen Kerkhoff, 
Präsident der Wirtschafts¬vereinigung Stahl. Es ginge um nichts 
weniger als um die Existenz der energieintensiven Industrien in 
Europa. "Wir beklagen, dass die Europäische Kommission keinen Bezug 
mehr hat zur industriellen Wirklichkeit in ihren Mitgliedstaaten", 
stellte Kerkhoff fest. 
 
Neben den immensen Kosten durch die geplante Versteigerung der 
Emissionszertifikate rechnen die energieintensiven Industriezweige 
mit stark anziehenden Strompreisen. "Es gibt energieintensive 
Unternehmen in der NE-Metallindustrie, die ihren Strombedarf für das 
kommende Jahr und die folgenden Jahre noch eindecken müssen. Für 
diese ist es schwer, den Betrieb unter den gegenwärtigen Bedingungen 
aufrecht zu erhalten", konkretisierte Rainer Menge, Vizepräsident der 
Wirtschaftsvereinigung Metalle, die Lage. Die energieintensiven 
Industrien müssten deshalb einen Ausgleich für gestiegene Strompreise 
erhalten, soweit diese durch den Emissionshandel bedingt seien. "Hier 
ist politische Unterstützung notwendig, ohne Wenn und Aber", forderte 
Menge. 
 
Die energieintensiven Industrien haben ihre CO2-Emissionen 
zwischen 1990 und 2006 um 20 Prozent gesenkt, obwohl die Produktion 
in diesem Zeitraum um 28 Prozent zugelegt hat. Zusammen 
erwirtschaften sie rund 20 Prozent des Umsatzes des verarbeitenden 
Gewerbes in Deutschland und beschäftigen 875.000 Menschen. 
 
Originaltext:         EiD Energienintensive Branchen 
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/52911 
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_52911.rss2 
 
Kontakt: 
 
WirtschaftsVereinigung Metalle 
Dirk Langolf 
Kommunikation 
Tel.:  +49 30 726207-111 
Mobil: +49 170 7606628 
Fax:   +49 30 726207-198 
E-Mail: langolf@wvmetalle.de 
www.wvmetalle.de 
 

(END) Dow Jones Newswires

October 01, 2008 04:43 ET (08:43 GMT)

© 2008 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
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