DJ Wall Street im Verlauf sehr fest - Wachovia-Übernahme im Blick
NEW YORK (Dow Jones)--Fester zeigt sich die Wall Street am Freitag im Verlauf. Vor dem Entscheid des US-Repräsentantenhauses über das Rettungspaket steht der Zusammenschluss der beiden Sparkassen Wachovia und Wells Fargo im Zentrum des Interesses. Zur Stütze für die US-Futures haben sich überraschend schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten für den September erwiesen, da sie die Hoffnungen auf eine nahe Verabschiedung des Rettungspakets beflügeln. Derzeit zeichnet sich zudem ab, dass sich die Zahl der Ja-Stimmen unter den Abgeordneten erhöhen dürfte.
Gegen 17.00 Uhr MESZ gewinnt der Dow-Jones-Index 2,2% bzw 235 Punkte auf 10.717. Der S&P-500 gewinnt 3% oder 33 Stellen auf 1,148 und der Nasdaq-Composite um 3,2% oder 64 auf 2.040.
Bereits vorbörsloch haben etwas schwächer als erwartet ausgefallene September-Arbeitsmarktdaten ex Agrar den US-Futures einen Schub verliehen. Die Zahl der Beschäftigten fiel um 159.000, während von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte einen Stellenrückgang um 105.000 erwartet hatten. "Die schwachen Daten waren wie Wasser auf die Mühlen der Befürworter des Rettungspakets", so ein Händler. Denn damit wachse der Druck auf das US-Repräsentantenhaus, das Programm zu verabschieden.
Positiv wird die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo bewertet. "Der Deal funktioniert ohne staatliche Hilfe. Der Markt löst das Problem also selbst", kommentiert ein Händler den überraschenden Coup. So überholt Wells Fargo mit der Transaktion die Citigroup, die ebenfalls mit der angeschlagenen Wachovia über einen Zusammenschluss verhandelt hatte. Zur Finanzierung will Wells Fargo neue Aktien im Wert von 20 Mrd USD ausgeben.
Der Zusammenschluss soll per Aktientausch durchgeführt werden, der Wachovia mit 7 USD je Aktie bzw ingesamt 15,4 Mrd USD bewertet. Dabei will Wells Fargo unter anderem toxische Assets im Wert von 10 Mrd USD auf ihre Bücher nehmen. Wachovia gewinnen mit der Nachricht 66% auf 6,5 USD und Wells Fargo 5% auf 36,96 USD. Citigroup sind mit einem Minus von 9% mit Abstand schwächster Wert im DJIA.
Stärkster Wert im Dow sind Alcoa, die sich mit einem Aufschlag von 7% von den Vortagesverlusten erholen. Dahinter zeigen sich IBM und Bank of America mit Kursgewinnen von jeweils rund 4,5%.
Ferner stehen AIG im Blickpunkt. Der Versicherer will sich mehr auf Immobilien- und Lebensversicherungen konzentrieren. Mit dem Verkauf anderer Geschäftsteile soll der Überbrückungskredit der US-Regierung in Höhe von 85 Mrd USD ausbezahlt werden. Die Aktie klettert aktuell um 19%.
DJG/DJN/eyh/raz
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October 03, 2008 11:16 ET (15:16 GMT)
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