DJ Wall Street am Mittag weiter sehr fest - Wachovia haussieren
NEW YORK (Dow Jones)--Die Kurse an der Wall Street kommen am Freitagmittag (Ortszeit) etwas von ihren Tageshochs zurück, notieren aber weiter deutlich im Plus. Vor der anstehenden Entscheidung des US-Repräsentantenhauses über das Rettungspaket für den Finanzsektor steht die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo im Mittelpunkt des Interesses.
Überraschend schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten für den September werden vom Markt dagegen weniger beachtet und bestärken eher die Hoffnung, dass dies den Druck für eine Verabschiedung des Rettungspakets im Repräsentantenhaus erhöht.
Gegen 18.38 Uhr MESZ gewinnt der Dow-Jones-Index 1,9% bzw 201 Punkte auf 10.683. Der S&P-500 gewinnt 2,4% oder 27 Stellen auf 1.141 und der Nasdaq-Composite um 2,6% oder 51 auf 2.028.
Die Zahl der Beschäftigten jenseits des Agrarsektors in den USA ist im September um 159.000 gefallen, während von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte einen Stellenrückgang um lediglich 105.000 erwartet hatten. "Die schwachen Daten waren wie Wasser auf die Mühlen der Befürworter des Rettungspakets", sagt ein Händler. Denn damit wachse der Druck auf das US-Repräsentantenhaus, das Programm zu verabschieden.
Positiv wird die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo bewertet. "Der Deal funktioniert ohne staatliche Hilfe. Der Markt löst das Problem also selbst", kommentiert ein Händler den überraschenden Coup. So sticht Wells Fargo mit der Transaktion die Citigroup aus, die ebenfalls mit der angeschlagenen Wachovia über einen Zusammenschluss verhandelt hatte. Zur Finanzierung will Wells Fargo neue Aktien im Wert von 20 Mrd USD ausgeben.
Der Zusammenschluss soll per Aktientausch durchgeführt werden, der Wachovia mit 7 USD je Aktie bzw insgesamt 15,4 Mrd USD bewertet. Dabei will Wells Fargo unter anderem gefährdete Wertpapiere im Wert von 10 Mrd USD auf ihre Bücher nehmen. Wachovia gewinnen mit der Nachricht 75% auf 6,86 USD und Wells Fargo 7,3% auf 37,74 USD. Citigroup sind mit einem Minus von 9% mit Abstand schwächster Wert im DJIA.
Stärkster Wert im Dow sind Alcoa, die sich mit einem Aufschlag von 6,2% von den Vortagesverlusten erholen. Dahinter zeigen sich Caterpillar und Bank of America mit Kursgewinnen von jeweils rund 4,5%.
Ferner stehen AIG im Blickpunkt. Der Versicherer will sich mehr auf Immobilien- und Lebensversicherungen konzentrieren. Mit dem Verkauf anderer Geschäftsteile soll der Überbrückungskredit der US-Regierung von 85 Mrd USD ausbezahlt werden. Die Aktie klettert aktuell um 18,5% auf 4,74 USD.
DJG/DJN/reh
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October 03, 2008 12:40 ET (16:40 GMT)
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