DJ Wall Street weitet Verluste aus - DJIA unter 10.000 Punkte
NEW YORK (Dow Jones)--Die trotz des nunmehr in trockene Tücher gepackten Rettungspakets noch längst nicht ausgestandene Kreditkrise und die Angst vor den Folgen ihres Überschwappens auf die Realwirtschaft führen am Montag an Wall Street zu einer Fortsetzung des Kursdebakels vom Freitag. Dabei fällt der Dow-Jones-Index für 30 US-Standardwerte erstmals seit Oktober 2004 wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Gegen 16.55 Uhr MESZ verliert er 4,9% oder 501 Zähler auf 9.830. Das Tagestief lag bei 9.738 Punkten. Für den breiter diversifizierten S&P-500-Index geht es um 5,6% bzw 62 Stellen auf 1.038 nach unten. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index gibt um 6% oder 116 Punkte auf 1.831 nach.
Makroökonomische Daten aus der ersten Reihe, die der Sitzung eine neue Richtung geben könnten, stehen am Montag nicht auf der Agenda. Die Talfahrt der Kurse ist breit angelegt. Besonders heftig fallen die Verluste angesichts sinkender Rohstoffpreise bei den Papieren aus dem Öl- und Gassektor aus. Überdurchschnittlich verbilligen sich auch Broker/Dealer- und Bankenaktien sowie die Papiere aus den zyklischen Sektoren. Unterdurchschnittlich fallen die Abschläge hingegen bei den Werten aus als eher defensiv geltenden Branchen wie Pharma und nichtzyklischem Konsum aus. "Wieder einmal ein reiner Makromarkt", sagt ein Marktteilnehmer.
Einer der größten Verlierer unter den Werten aus dem Dow-Jones-Index sind vor diesem Hintergrund die Aktien des Aluminiumherstellers Alcoa, für die es um 9,5% auf 17,42 USD nach unten geht. Boeing fallen um 7,9% auf 49,65 USD, Citigroup, für die in Wells Fargo ein Wettbewerber im Rennen um die Übernahme von Wachovia erwachsen ist, verbilligen sich um 9,7% auf 16,56 USD. Bank of America, das Unternehmen hat sich mit verschiedenen Bundesstaaten auf ein 8,4 Mrd USD schweres Paket geeinigt, das es rund 400.000 Countrywide-Kunden ermöglichen soll, ihre Immobilien zu behalten, geben um 7,2% auf 32,11 USD nach.
Besser als der breite Markt schlagen sich hingegen die Werte des Nahrungsmittelherstellers Kraft, die "lediglich" um 3,8% auf 31,81 USD nachgeben. Die Aktien des Pharmakonzerns Merck fallen um 3,9% auf 30,50 USD, für Johnson & Johnson geht es um 4,1% auf 63,42 USD nach unten.
Auf Nachrichten zu Einzelwerten basierende vorbörsliche Kursbewegungen sind hingegen rar. Allerdings legen ImClone um 3,5% auf 67,23 USD zu, nachdem Eli Lilly den 6,5 Mrd USD schweren Vertrag zur Übernahme des Biotechnologieunternehmens unterzeichnet hat. Hartford Financial Services steigen um 13,1% auf 30,98 USD, nachdem der deutsche Versicherer Allianz rund 2,5 Mrd USD in die Investment- und Versicherungsgesellschaft aus Connecticut investieren will.
DJG/jej/gos
(END) Dow Jones Newswires
October 06, 2008 11:06 ET (15:06 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
