DJ Wall Street mittags sehr schwach - DJIA fällt unter 10.000 Punkte
NEW YORK (Dow Jones)--Die Angst vor einer weltweiten Rezession führt am Montagmittag (Ortszeit) an Wall Street zu heftigen Kursverlusten. Die jüngsten Maßnahmen, mit denen die Regierungen der USA und europäischer Länder die angeschlagene Finanzbranche stützen wollten, hätten die Gemüter der Anleger nicht beruhigt, sagen Händler. Im Gegenteil: Die jüngsten schlechten Nachrichten aus dem europäischen Bankensektor, darunter der überraschend hohe Finanzbedarf der deutschen Hypo Real Estate und die Gewinnwarnung der UniCredit, hätten den Ängsten neue Nahrung gegeben.
Gegen 19.00 Uhr MESZ fällt der Dow-Jones-Index (DJIA) um 5,3% bzw 549 Punkte auf 9.776 und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Vorübergehend war der Index bis auf 9.738 Punkte eingebrochen. Der S&P-500 verliert 6,0% bzw 66 Punkte auf 1.034. Der Nasdaq-Composite gibt um 6,4% bzw 124 Punkte auf 1.823 nach.
Kursverluste verzeichnen die Aktien der Rohstoffbranche, nachdem die Preise für Öl und andere Rohstoffe gesunken sind. Die Titel des Aluminiumkonzerns Alcoa verbilligen sich um 7,2% auf 17,85 USD. Der Konzern wird am Dienstag nach Börsenschluss die Bilanzsaison der US-Unternehmen eröffnen. Aktien des Konsumsektors leiden dagegen unter der Angst vor einem Abschwung und einem damit einhergehenden Zurückhaltung der Verbraucher. Wal-Mart fallen um 5,4% auf 56,52 USD und Home Depot um 6,4% auf 22,28 USD.
Die Aktien der Bank Wells Fargo sinken um 7,1% auf 37,66 USD. Das Institut will Wachovia für 15,1 Mrd USD in Aktien übernehmen. Die Übernahme könnte ohne staatliche Hilfen bewältigt werden. Allerdings ist auch die Citigroup an Wachovia interessiert und behauptet, exklusive Rechte zum Kauf der Bank zu haben. Die Papiere der Citigroup ermäßigen sich um 12,4% auf 19,70 USD. Wachovia verteuern sich dagegen um 67,3% auf 6,54 USD. Der Aktienkurs des Versicherers AIG steigt um 10,8% auf 4,43 USD. AIG will sich künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Der Versicherer muss ein Darlehen von 85 Mrd USD zurückzahlen, mit dem die US-Regierung dem angeschlagenen Konzern aus der Krise geholfen hat.
Die Angst vor einer Rezession belastet auch die Aktien von Softwareherstellern. Microsoft geben um auf USD nach. Das Unternehmen hatte am Freitag einen konzernweiten Einstellungsstopp dementiert, wollte sich aber nicht zu Berichten äußern, laut denen ein Einstellungsstopp bei Zune und jener Sparte geplant ist, die die Spielekonsole Xbox herstellt. Oracle fallen um auf USD und Adobe um auf USD.
Im Pharmasektor reduzieren sich Eli Lilly um 6,5% auf 38,61 USD, nachdem das Unternehmen den Kauf von ImClone für 6,5 Mrd USD angekündigt hat. Mit ihrer Offerte hat Eli Lilly den Wettbewerber Bristol-Myers Squibb übertrumpft. Deren Aktienkurs gibt um 5,2% auf 19,37 USD nach. ImClone steigen um 2,7% auf 66,70 USD.
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October 06, 2008 13:03 ET (17:03 GMT)
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