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Wall Street schließt trotz Aussicht auf Zinssenkung sehr schwach

DJ Wall Street schließt trotz Aussicht auf Zinssenkung sehr schwach

NEW YORK (Dow Jones)--Die Finanzmarktkrise und die Angst vor ihren Folgen haben die US-Aktienmärkte auch am Dienstag im Griff gehabt. Vor diesem Hintergrund verpufften an Wall Street Hinweise auf eine baldige Leitzinssenkung der US-Notenbank (Federal Reserve). Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 5,1% bzw 508 Punkte auf 9.447 und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2003. Der S&P-500 verlor 5,7% bzw 61 Punkte auf 996. Der Nasdaq-Composite büßte 5,8% bzw 108 Punkte auf 1.755 ein. Umgesetzt wurden 1,73 (Montag: 1,94) Mrd Aktien. Dabei wurden 373 Kursgewinner gezählt, denen 2.692 -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 42 Titel.

Der Markt war mit Kursgewinnen in den Handel gestartet, nachdem die US-Notenbank am Berichtstag die Einrichtung einer Finanzierungsfazilität für sogenannte Commercial Papers (CP) angekündigt hatte. Der Markt für diese Papiere mit kurzen Laufzeiten, mit denen sich Unternehmen refinanzieren, war zuletzt praktisch ausgetrocknet. Mit der Fazilität will die Notenbank CP direkt von den Emittenten erwerben und so Liquidität in den Markt bringen. Allerdings ließ die Begeisterung über diese Maßnahme rasch nach, als den Anlegern klar wurde, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Hilfe der Fed Wirkung zeigt.

Im Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, das um 20.00 Uhr MESZ veröffentlicht wurde, hieß es, dass die Inflation in diesem und im kommenden Jahr zurückgehen dürfte. Die Notenbanker prognostizierten ferner, dass das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal dieses Jahres sinken, im kommenden Jahr aber wieder anziehen werde. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten könnten nach Ansicht der Fed der Wirtschaft schaden. Vor der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls hatte sich der Chairman der Fed, Ben Bernanke, ähnlich geäußert. Die Aussagen wurden am Markt dahingehend interpretiert, dass bald mit einer Leitzinssenkung zu rechnen sei.

Die Aussicht auf eine geldpolitische Lockerung vermochte allerdings die pessmistische Stimmung am Markt nicht aufzuhellen. Abermals waren es Finanzwerte, die die höchsten Verluste verzeichneten. Im DJIA fielen Bank of America (BoA) mit einem Kurseinbruch um 26,2 auf 23,77 USD auf. Die Bank hatte die Veröffentlichung ihrer Drittquartalszahlen überraschend um zwei Wochen auf Montag nach Börsenschluss vorgezogen und den Markt mit einem Gewinneinbruch um fast 70% negativ überrascht. Morgan Stanley brachen um 24,9% auf 17,65 USD ein. Hintergrund waren Befürchtungen, dass der Einstieg der japanischen Mitsubishi UFJ Financial Group scheitern könnte. Morgan Stanley bekräftigte in einer Stellungnahme, dass die Transaktion zustande komme, doch half dies dem Kurs der Aktie nicht. .

Die Angst, dass eine Rezession die Konsumlust der Verbraucher dämpfen werde, ließ die Kurse der Automobilhersteller Ford und General Motors (GM) nachgeben. GM büßten 10,8% auf 7,56 USD ein; Ford verloren 20,9% auf 2,92 USD. Beide Unternehmen hatten zuletzt sinkende Verkaufszahlen gemeldet. Im Immobiliensektor stürzten General Growth Properties (GGP) um 41,9% auf 4,50 USD ab. Die Anleger hätten befürchtet, dass das Unternehmen kurzfristige Verbindlichkeiten wegen der Kreditkrise nicht mehr refinanzieren könne, erklärten Händler.

Im Technologiesektor verteuerten sich unterdessen Advanced Micro Devices (AMD) um 8,5% auf 4,59 USD. Das Unternehmen bringt seine Chip-Werke in ein Joint Venture ein, das auch 1,2 Mrd Schulden von AMD übernimmt.

DJG/DJN/cln 

(END) Dow Jones Newswires

October 07, 2008 17:05 ET (21:05 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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