DJ Buba/Zeitler warnt vor übermäßiger Regulierung des Finanzsektors
FRANKFURT (Dow Jones)--Bundesbankvizepräsident Franz-Christoph Zeitler hat angesichts der Finanzkrise vor einer künftig übermäßigen Regulierung des Finanzsektors gewarnt. Alle gegenwärtig diskutierten Regulierungsmaßnahmen "sollten auf die zur Krisenbekämpfung und Vorbeugung notwendigen Schritte beschränkt sein und nicht gewissermaßen im 'Beifahrersitz' zu einem allgemeinen Regulierungsschub führen, der gerade jetzt in der Zuspitzung der Finanzmarktsituation höhere Kosten und eine Abnahme der Flexibilität zur Folge hätte", betonte Zeitler am Donnerstag auf einer Konferenz in Frankfurt.
Er meldete deshalb auch Zweifel an, ob es der richtige Zeitpunkt sei, "Überlegungen zu einer Art 'Basel III', also einer internationalen Definition des Eigenkapitalbegriffs voranzubringen, wo selbst bei der Bilanzierung der Kapitalbegriff noch nicht hinreichend geklärt ist".
Er habe auch Zweifel, ob in der gegenwärtigen Situation Geldmarktkredite unter Banken zusätzlichen Einschränkungen durch Einbeziehung in die Großkreditregeln unterworfen werden sollen, wie dies die Kommission derzeit plane, sagte Zeitler im Weiteren.
Er unterstrich zudem, dass "bei aller Notwendigkeit der Verstärkung der internationalen Kooperation" darauf geachtet werden müsse, "dass nicht die Reaktionsfähigkeit und Flexibilität der Finanzaufsicht eingeschränkt wird". Information und Koordination über die Grenze hinweg seien notwendig, "wir arbeiten deshalb aktiv am Aufbau zusätzlicher 'colleges of supervisors' mit und wollen die Möglichkeiten des 'consolidated supervisor' schrittweise ausbauen, erklärte der im Bundesbankvorstand vor Banken und Finanzaufsicht zuständige Zeitler.
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October 09, 2008 05:57 ET (09:57 GMT)
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