DJ Wall Street schließt von Rezessionsangst belastet sehr schwach
NEW YORK (Dow Jones)--Die Angst vor einer Rezession hat die Aktienkurse an Wall Street am Donnerstag einbrechen lassen. Nach einem positiven Handelsauftakt fiel der Markt schon bald in negatives Terrain. In der letzten Handelsstunde beschleunigte sich die Talfahrt. Händler sprachen von Panikverkäufen, die eine Eigendynamik entwickelt hätten. Die Standardwerte wurden dabei von General Motors (GM) belastet. Überdurchschnittlich hohe Verluste verzeichneten überdies Banken- und Energiewerte.
Die Anleger fühlten sich an die Zeit der Großen Depression erinnert, sagte eine Marktbeobachterin. Sie befürchteten, alles zu verlieren und wollten nicht warten, bis die verschiedenen Rettungsmaßnahmen der Regierung und der Notenbank Wirkung zeigten.
Der Dow-Jones-Index (DJIA) fiel durch die Marke von 9.000 Punkten. Der Index schloss um 7,3% bzw 679 Punkte niedriger bei 8.579 Punkten. Der S&P-500 verlor 7,6% bzw 75 Punkte auf 910. Der Nasdaq-Composite sank um 5,5% bzw 95 Punkte auf 1.645. Umgesetzt wurden rund 2 Mrd Aktien. Dabei wurden 202 Kursgewinner gesehen, denen 2.862 -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 37 Titel.
GM brachen um 31,1% auf 4,76 USD ein und fielen damit erstmals seit 1951 unter die Marke von 6,00 USD, nachdem der Automobilhersteller einen Absatzrückgang in Europa gemeldet hatte. Zudem hatte die Ratingagentur Standard & Poor´s mitgeteilt, dass sie die Herabstufung der Bonität des Konzerns und seiner Finanztochter GMAC prüfe. Im Bankensektor fielen Morgan Stanley mit einem Kursrückgang um 25,9% auf. Die Titel schlossen bei 12,45 USD.
Die hohen Verluste bei GM und Morgan Stanley seien zum Teil auch mit dem Ablaufen der Verbotsfrist für Leerverkäufe am Mittwoch zu erklären, sagten Händler. Die US-Börsenaufsicht hatte Leerverkäufe von Finanztiteln und einigen Titeln aus anderen Sektoren vorübergehend untersagt, weil diese als ursächlich für die Kurseinbrüche des Sektors gelten. GM fielen ebenfalls unter das Verbot. Im Fall von GM komme noch die große Bedeutung des Unternehmens für die US-Wirtschaft hinzu, sagten Beobachter: Die Anleger befürchteten, dass die Konjunkturschwäche als Folge der Kreditkrise dieses nationale Symbol in Bedrängnis bringen könnte.
Unter den übrigen im DJIA notierten Bankenaktien büßten Bank of America 11,2% auf 19,63 USD ein und Citigroup 10,2% auf 12,93 USD. Der Aktienkurs des Versicherungskonzerns AIG schloss um 25,1% niedriger bei 2,39 USD. Zunächst hatten die Titel von einem neuen Darlehen der US-Regierung profitiert.
Die Aktien der Ölkonzerne Chevron und Exxon Mobil litten unter dem neuerlichen Rückgang des Ölpreises. Chevron gaben um 12,4% auf 64,00 USD nach; Exxon verloren 11,7% auf 68,00 USD. Besser als der Markt hielten sich IBM, nachdem das Unternehmen am Vortag nach Börsenschluss überraschend einige Eckdaten zum dritten Quartal veröffentlicht hatte. Diese waren besser als erwartet ausgefallen. Die IBM-Aktie notierte zunächst im Plus, konnte sich aber dem Abwärtssog nicht entziehen und ging um 1,7% niedriger bei 89,00 USD aus dem Handel.
DJG/DJN/cln
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October 09, 2008 17:15 ET (21:15 GMT)
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