DJ UPDATE: Dt. Börse spricht sich gegen Aussetzung des Handels aus
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Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Angesichts der Schließung der Aktienmärkte in Wien, Moskau und Island hat sich die Deutsche Börse gegen eine temporäre Stilllegung des Börsenhandels ausgesprochen. "Ich glaube, das wäre ein gutes Rezept, um die Finanzkrise zu verschlimmern", sagte Rainer Riess, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) zu Dow Jones Newswires.
Zu den Spekulationen, Vertreter der sieben führenden Wirtschaftsnationen (G-7) könnten sich am Wochenende auf eine globale Schließung der Märkte am Montag verständigen, wollte sich Riess nicht direkt äußern. "Für uns als Börse ist es wichtig, dass wir funktionieren und der Handel gerade in diesen Zeiten reibungslos läuft, wenn nicht übergeordnetes Handeln andere Parameter aufstellt." Zuvor hatte das Bundesfinanzministerium bekräftigt, dass keine Pläne für eine konzertierte Börsenschließung bekannt seien.
Rechtlich sei eine Aussetzung des gesamten Handels möglich, sagte der stellvertretende Vorsitzende Riess. Die Geschäftsführung sei für einen ordentlichen Handel verantwortlich. "Bei IT-Problemen haben wir in der Vergangenheit den Handel entsprechend ausgesetzt. Aus Marktgründen haben wir es bislang noch nie getan."
Riess sagte voraus, dass nach einer Schließung die Anleger vom regulierten Handel in den ungeregelten OTC-Handel wechseln würden. "Gerade jetzt ist es wichtig, dass ein regulierter Handel stattfindet. Wenn man nun die Börse schließen würde, würden sie auch handeln, aber nicht geregelt, sondern OTC."
Offene Märkte seien angesichts der Unruhe am Finanzmarkt als stabilisierender Faktor wichtig. "Wir funktionieren anders als Geld- oder Kreditmärkte ganz normal", sagte Riess. Es gebe Käufer und Verkäufer, die sich über die Börse fänden.
Die hohen Handelsumsätze der vergangenen fünf Handelstage hätten das Xetra-System nicht an seine Grenzen stoßen lassen, sagte Riess. Es besitze genügend Kapazität, um noch höhere Umsätze zu verarbeiten. "Wir sind nicht im roten Bereich."
Trotzdem sei die Börse weit von der Normalität entfernt. Angesichts der "sehr volatile Marktlage" sei auch zum Wochenschluss wieder ein "Fast Market" ausgerufen worden, sagte Riess. Börsianer verstehen darunter eine besondere Marktsituation, bei der von der Börse aufgrund des hohen Umsatzes keine Ausführung zu den aktuell angegebenen Preisen gewährleistet werden kann.
Mit einem höheren Handelsvolumen als üblich ging die Aktie der Deutschen Börse am Freitag 4,6% schwächer mit 56,51 EUR ins Wochenende.
Webseite: http://www.deutsche-boerse.de -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/nas
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October 10, 2008 12:32 ET (16:32 GMT)
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