DJ DAK-Chef warnt vor Chaos durch Gesundheitsfonds - FTD
HAMBURG (Dow Jones)--Der Chef der Krankenkasse DAK, Herbert Rebscher, hat die Bundesregierung davor gewarnt, die gesetzlichen Kassen im nächsten Jahr in ein Finanzchaos zu stürzen. "Die Krankenkassen müssen jetzt entscheiden, ob sie eine Zusatzprämie nehmen oder nicht. Die Kalkulationsbasis für diese Entscheidung bekommen sie aber erst später. Das ist finanzpolitisch ausgesprochen fahrlässig", sagte Rebscher in einem Interview der "Financial Times Deutschland" (FTD - Montagausgabe).
"Wir sehen in anderen Sektoren gerade, wie verheerend Kalkulationsunsicherheit wirkt", betonte Rebscher. Im Finanzsektor führe sie zu den größtmöglichen Problemen: Haushaltsrisiken, Bürgschaften, Konjunkturschwankungen. Jetzt diese Unsicherheit in die Krankenversicherung zu tragen, wäre nicht zu verstehen.
Rebscher warnte, dass gerade in der Startphase Verwerfungen drohten: "Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass in der Branche große Hektik ausbricht mit Kassenschließungen, Insolvenzen und einem bürokratischem Overkill bei der Einführung von Einzelkonten."
Derzeit wisse keine Kasse, mit welchen Einnahmen sie im nächsten Jahr aus dem Fonds rechnen könne, warnte Rebscher. Darüber hinaus würden im kommenden Jahr die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nur vorläufig festgesetzt. "Auch kleine nachträgliche Korrekturen können die ganze Kalkulation einer Kasse auf den Kopf stellen", sagte Rebscher.
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October 13, 2008 01:09 ET (05:09 GMT)
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