DJ XETRA-START/DAX kaum verändert - Continental weiter gesucht
FRANKFURT (Dow Jones)--Kaum verändert ist der deutsche Aktienmarkt in die neue Woche gestartet. Der Einfluss der schwachen US-Vorlagen vom Freitag werde von den leichten Kursgewinnen in Asien gedämpft, eine generelle Stimmungsumkehr sei aber noch nicht in Sicht, so ein Händler. "Die Gefahr ist groß, dass sich der Aufwärtsschub der Wall Street vom Donnerstag als Strohfeuer entpuppt", so ein weiterer Teilnehmer. Gegen 9.41 Uhr tritt der DAX bei 4.710 Punkten quasi auf der Stelle, nachdem er mit einer leichteren Tendenz in den Handel gestartet war.
Nachdem es dem DAX am Freitag nicht gelungen ist, das Rückzugslevel im Bereich von 4.857 Zählern und die fallenden gleitenden Durchschnitte in der Zone zwischen 4.780 bis 4.838 Punkten zu überwinden, ist laut der Helaba ein Fall auf die 4.534er-Unterstützung nun wieder wahrscheinlicher.
Neue Impulse dürften am Berichtstag vor allem aus den USA kommen, so von den Zahlen zur Industrieproduktion oder zum Empire State Manufacturing Index am Nachmittag. Das G-20-Treffen vom Wochenende wird nach Einschätzung aus dem Handel keine Impulse für die Aktienmärkte zu Wochenbeginn setzen. "Über Absichtserklärungen ist man nicht hinaus gekommen", so ein Teilnehmer. Mehr sei aber auch nicht zu erwarten gewesen, so dass das Treffen nicht mit Enttäuschung von den Investoren zur Kenntnis genommen werden dürfte.
Von Unternehmensseite her ist die Nachrichtenlage relativ dünn. Stärkster DAX-Wert sind wie am Freitag Continental, die um 11,8% auf 41,35 EUR anziehen. Am Freitag meldete Schaeffler, dass die Genehmigung der Continental-Übernahme innerhalb von 25 Werktagen erwartet werde. Damit müssten diejenigen Investoren ihre Leerverkaufs-Positionen schließen, die auf ein Scheitern der Übernahme gewettet hatten, zieht ein Händler eine Parallele zu den jüngsten Kurskapriolen bei VW.
Bewegung gibt es auch im Automobil-Sektor. BMW ziehen um 3,5% auf 22,15 EUR an, nachdem Merrill Lynch die Aktie auf die Europe-1-List genommen hat. Knapp dahinter klettern Daimler um 2,4% auf 23,70 EUR. VW scheren dagegen einmal mehr aus und verlieren 1,9% auf 387,10 EUR.
Hypo Real Estate tendieren nach den endgültigen Zahlen mit 2,8% im Plus bei 3,34 EUR. Die am Morgen veröffentlichten endgültigen Ergebnisse für das dritte Quartal gelten im Handel aber als "Non-Event". "Die Aktie ist uninteressant", so ein Händler mit Blick auf die hohen Verluste und die Staatshilfen. "Bei den meisten Anlegern ist die Aktie vom Radarschirm verschwunden", so ein weiterer Händler. "Ein Ende des Abwärtstrends ist aber nicht in Sicht", so ein Händler mit Verweis darauf, dass die Aktie am Freitag auf einem neuen Tief geschlossen hat.
Von Zeitungsmeldungen zur Tochter Qimonda gestützt gewinnen Infineon 2,9% auf 2,28 EUR. Das Land Sachsen könnte die Infineon-Tochter offenbar mit 300 Mio EUR unterstützen. Die Verhandlungen zwischen dem Wirtschaftsministerium und dem in München ansässigen Unternehmen liefen bereits an, wie die "FTD" berichtet. Ferner hat Infineon mit dem Chiphersteller Micron eine Übernahmeoption für Qimonda ausgehandelt, mit der Micron den Konkurrenten zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen könne, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.
In der zweiten Reihe geraten United Internet mit einer Herabstufung durch die Credit Suisse auf "Underperform" von "Neutral" unter Druck und geben um über 14% auf 5,16 EUR nach. REpower ziehen dagegen um rund 7% auf 109,30 EUR an und reagieren damit auf die Nachricht, dass Suzlon den 22,48%-REpower-Anteil von Martifer kaufen will. "Das dürfte viele Anleger beruhigen, die Zweifel an einer Übernahme durch die Inder hatten", äußert sich ein Händler.
Im MDAX geben HeidelbergCement um 8,7% auf 46,66 EUR nach. Hintergrund sind Berichte, nach denen Großanteilseigner Merckle-Holding VEM nach Verlusten mit VW-Aktien mit Banken über einen Überbrückungskredit verhandelt. Ein Verkauf des Anteilspakets an HeidelbergCement sei nicht auszuschließen, meinen Händler.
DJG/eyh/ros
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November 17, 2008 03:46 ET (08:46 GMT)
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