Anzeige
Mehr »
Dienstag, 09.06.2026 - Börsentäglich über 12.000 News
Pentagon in Alarmbereitschaft? Dieser Rohstoff könnte jetzt Gold in den Schatten stellen
Anzeige

Indizes

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Aktien

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Xetra-Orderbuch

Fonds

Kurs

%

Devisen

Kurs

%

Rohstoffe

Kurs

%

Themen

Kurs

%

Erweiterte Suche
Börse-Intern
40 Leser
Artikel bewerten:
(1)

Paradoxer Gruppenzwang?

Jochen Steffens

Vielleicht haben Sie gehört, dass nun auch China ein großes Konjunkturprogramm starten will. Hier heißt es nicht kleckern, sondern klotzen: Satte 600 Mrd. Dollar sollen der zurzeit stotternden Wirtschaft in China wieder zu neuem Schwung verhelfen.

Die Frage ist nur, wie will China dieses Geld aufbringen? Natürlich verfügt China über Devisenreserven in Höhe von zwei Billionen Dollar und ist der größte Gläubiger der USA. Nur hier kann China wenig machen, ohne die USA, also ihren wichtigsten Handelspartner, komplett in den Ruin zu treiben.

Ein Ruin der USA würde sich natürlich sofort verheerend auch auf die chinesische Wirtschaft auswirken. Schließlich ist der bisherige Rückgang des Außenhandels mit den USA ein Grund für die aktuellen wirtschaftlichen Probleme in China. Die Schwäche der US-Wirtschaft wirkt sich jetzt auch noch auf Europa aus, so dass es auch von dieser Seite mittlerweile zu einem Rückgang der Nachfrage nach chinesischen Gütern kommt.

China muss also alles tun, um zu verhindern, dass die USA einen schnellen Kollaps erleidet.

Das Problem:

China braucht Geld und kann an seine Reserven nicht ran. Aktuell ist zu hören, dass China nun sogar, um dieses Konjunkturprogramm zu finanzieren, eigene Staatsanleihen auflegen will. Nach Angaben von Reuters ist dafür zurzeit ein Volumen von umgerechnet 110 Mrd. Dollar geplant.

Aber auch die USA brauchen riesige Summen im Zusammenhang mit der Finanzkrise, wahrscheinlich auch für die Automobilindustrie und weitere  Konjunkturprogramme. Die USA müssen also weiter Schulden machen, das heißt Staatsanleihen ausgeben. Die größten Gläubiger der USA sind China, Japan und Großbritannien (China hat gerade Japan mit 585 Mrd. Dollar zu 573,2 Mrd. Dollar überholt, gefolgt von Großbritannien mit 338 Mrd. Dollar).

Wenn man diese beiden Informationen zusammen analysiert fragt man sich, ob China den USA jetzt noch weiter Geld leihen wird, sprich weitere amerikanische Staatsanleihen erwirbt.

Steigende Zinsen trotz niedrigem Leitzins

Sollte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen jetzt aufgrund der weltwirtschaftlichen Krise sinken, würde das zur Folge haben, dass die zurzeit vergleichsweise niedrigen Zinsen der US-Staatsanleihen trotz des extrem niedrigen Leitzinses in den USA massiv zulegen würden. Das wiederum hätte direkte Auswirkungen auf die Anleihezinsen der US-Unternehmen, die natürlich über dem Niveau der Staatsanleihen liegen müssen, da dort das Risiko höher ist. Es hätte aber auch Auswirkung auf den Dollar, der ebenfalls zulegen sollte.

Insgesamt wären die Folgen stark steigender Zinsen für Staatsanleihen in den USA in der aktuellen Situation eine Katastrophe für die US-Wirtschaft. Da könnte dann selbst ein wie auch immer geartetes Konjunkturprogramm der US-Regierung nichts mehr ausrichten.

China, Japan und die Welt haben keine Wahl

Da die US-Wirtschaft und die Verbraucher in den USA immer noch die Hauptabnehmer für Waren „Made in China“ und anderswo sind, würde eine Krise sich direkt verheerend auf die chinesischen Wirtschaft auswirken.

Das bedeutet also, dass China weiterhin US-Staatsanleihen kaufen muss, um selbst wirtschaftlich überleben zu können. Das wiederum trifft auch für Japan, Großbritannien und eigentlich auch den Rest der Welt zu. So absurd es klingen mag, die anderen Länder müssten weiter US-Staatsanleihen kaufen, egal wie schlecht es ihnen selbst geht, um noch Schlimmeres für das eigene Land abzuwenden.

Es ist natürlich bei einer Weltwirtschaftskrise kein langfristig realistisches Szenario, dass die anderen Staaten zusätzlich zu den eigenen Belastungen auch noch die USA subventionieren. Es zeigt aber, wie groß dass Ausmaß der Krise tatsächlich ist und eben auch, dass schnell etwas passieren muss, da das System in diesem Krisenzustand nicht lange überleben kann.

Diese Szenario ist auch eins von vielen, welches die Geschlossenheit beim Weltfinanzgipfel zu erklären vermag – sie sitzen einfach alle im gleichen Boot.

Wer soll das bezahlen?

Diese etwas schematisierte Darstellung zeigt aber auch, dass die Summen, mit denen jetzt Politiker aus aller Welt jonglieren, um sich Retter und Krisenmanager zu profilieren mit Vorsicht zu genießen sind. Denn die große Frage ist, wer soll diese gigantischen Ausgabenprogramme die zurzeit überall aufgelegt werden finanzieren soll, wenn die Welt kollektiv die Hand aufhält.

Noch einmal zum Thema Deflation

Nachdem gestern die Erzeugerpreise in den USA den stärksten Einbruch seit Aufzeichnung erlitten haben und heute die Verbraucherpreise ebenfalls mit dem stärksten Einbruch seit 1947 nachzogen, wird klar, dass jetzt erst einmal das Thema Deflation den Markt erreicht hat. Ich hatte Ende Oktober hier im Steffens Daily einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben und dieses Thema gestern aus gegebenem Anlass noch einmal in meiner Kolumne bei Boerse-Online aufgegriffen. Sofern dazu noch Informationsbedarf besteht,  hier klicken!

 

Viele Grüße 

Jochen Steffens

US-Wirtschaftsdaten

von Jochen Steffens

Die Verbraucherpreise sind im Oktober mit einem Rückgang um 1,0 % stärker gefallen als von den Analysten erwartet. Diese hatten mit einem Minus von 0,8 % gerechnet. Der Oktoberrückgang war der stärkste Rückgang auf Monatssicht seit Februar 1947! .
Die Kernrate, ohne Energie und Nahrungsmittel sank um 0,1%. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg von 0,1% gerechnet.

Die Zahl der Baubeginne ist in den USA im Oktober wie erwartet um 4,5% auf annualisiert 791.000 Einheiten auf ein neues Rekordtief gefallen. Immerhin liegen mit dieser Veröffentlichung die Baubeginne um 38,0% (!) unter dem Niveau des Vorjahres. 
Analysten hatten einen Rückgang um 4,7% prognostiziert.

Auch die Zahl der Wohnbaugenehmigungen ging um 12,05 % auf 708.000 nach 805.000 zuuvor, zurück. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 3,1 % gerechnet.

Auch im US-Immobiliensektor sehen wir alles andere als eine Erholung. Eine solche wäre einer der Nachrichten, die sich auf den Aktienmarkt stabilisierend auswirken würden.

© 2008 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

In unserem aktuellen Spezialreport stellen wir fünf Software-Aktien vor, die besonders aussichtsreich positioniert sind – mit starker Marktstellung, attraktiver Bewertung und hohem Aufholpotenzial.

Jetzt den kostenlosen Report sichern – bevor der Software-Rebound Fahrt aufnimmt!
Werbehinweise: Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.