DJ Wall Street schließt mit drastischen Verlusten
FRANKFURT (Dow Jones)--Eine Reihe negativer Nachrichten hat der Wall Street einen trüben Donnerstag beschert. Teilnehmer bemühten diverse Superlative, um das Ausmaß des Rückgangs zu beschreiben. Der S&P-500 fiel auf den tiefsten Stand seit über zehn Jahren und damit unter das Tief des Bärenmarkts 2002. Die Notierungen der Anleihen erfuhren eine historische Rally und die Rendite der 30-jährigen Treasurys fiel auf ein Allzeittief. Der Ölpreis rutschte auf ein Dreieinhalb-Jahrestief und schloss an der Nymex unter 50 USD.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verlor 5,6% bzw 445 Punkte auf 7.552. Der S&P-500 gab 6,7% bzw 54 Punkte auf 752 ab. Der Nasdaq-Composite fiel um 5,1% bzw 70 Punkte auf 1.316. Das Umsatzvolumen lag bei 2,15 (Mittwoch: 1,63) Mrd Aktien. Kursgewinne verzeichneten 222 Titel, während 2.842 Verlierer gesehen wurden und 33 Titel unverändert schlossen.
Zunächst hatten Fundamentaldaten aus der Wirtschaft belastet. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren deutlich negativer als erwartet ausgefallen und notieren auf dem höchsten Stand seit Juli 1992. Auch ist der Index der Frühindikatoren im Oktober unerwartet deutlich gefallen, während der Philadelphia-Fed-Index auf ein 18-Jahrestief gesunken ist. Zunehmend machten sich Deflationsängste breit, was sich vor allem in dem einbrechenden Ölpreis wider spiegelte. Auch mache das Rezessionsszenario zunehmend einem "Doomsday-Szenario" Platz, hieß es im Handel. Gemeint ist ein mögliches Ende von Unternehmen wie Ford oder General Motors. Einzelne Teilnehmer meinten, es drohe eine Depression.
Im späten Verlauf wurde die Aussage des Mehrheitsführers im Senat Harry Reid bekannt, die drei großen US-Autobauer müssten einen neuen Plan vorlegen, um staatliche Hilfe zu erhalten. Zwischenzeitlich hatten sich die Autoaktien und der Gesamtmarkt deutlich erholt, als sich rasche Hilfe anzubahnen schien. Daher reichte es noch zu einem deutlichen Plus. GM schlossen mit einem Plus von 3,2% auf 2,88 USD, nachdem sie zuvor 12% gewonnen hatten. Ford gewannen 10% auf 1,39 USD.
Der Finanzsektor stand weiter unter Druck. Investoren waren zunehmend besorgt, dass die Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken nicht ausreichen werden, eine Stabilisierung des Finanzsystems zu erreichen. Citigroup baissierten abermals und gaben 27% auf 4,71 USD nach. Und dies trotz der Ankündigung des saudischen Prinzen Alwaleed, seine Beteiligung an dem US-Finanzinstitut auf 5% auszubauen. J.P. Morgan gaben 18% auf 23,38 USD ab.
DJG/DJN/raz
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November 20, 2008 17:00 ET (22:00 GMT)
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