DJ UPDATE: Risiken bei Lehman-Insolvenz unterschätzt - Commerzbank
(NEU: Weitere Aussagen Blessings) Von Madeleine Winkler DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die US-Behörden haben bei ihrer Entscheidung, die US-Investmentbank Lehman Brothers in die Insolvenz zu lassen, die systemischen Risiken nach Einschätzung von Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Blessing "massiv unterschätzt". Dies bereite ihm Sorgen, sagte Blessing in seiner Begrüßungsrede als Chairman des diesjährigen "Frankfurt European Banking Congress" am Freitag.
Besorgt zeigte sich der Manager auch um die Zukunft kleinerer Länder. Die Regierungen dieser Länder könnten schneller finanziell ins Schleudern kommen, wenn sie ihre Banken unterstützen, erklärte Blessing. Dies könnte zur Folge haben, dass internationale Investoren sich abwenden.
Diese Überlegungen seien nicht theoretischer Natur, betonte Blessing. Denn in der momentanen Situation gerieten sogar kleinere OECD-Länder unter Druck und brauchten die Unterstützung des IWF.
"Wir müssen einer bitteren Realität ins Auge blicken", sagte Blessing. "Hierzu haben wir alle beigetragen." Umso wichtiger sei daher in der jetzigen Situation ein Regelwerk, das weltweit Geltung habe. Dabei solle jedoch das Prinzip einer freien Marktwirtschaft nicht vergessen werden, mahnte Blessing.
Webseite: http://www.commerzbank.de -Von Madeleine Winkler, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 115, madeleine.winkler@dowjones.com DJG/maw/jhe
(END) Dow Jones Newswires
November 21, 2008 04:54 ET (09:54 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
