DJ XETRA-MITTAG/Erholungsbewegung verliert Dynamik - DAX im Minus
FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt dreht am Freitagmittag ins Minus und gibt damit die zwischenzeitlichen Aufschläge wieder vollständig ab. Der DAX verliert gegen 13.24 Uhr um 0,6% oder 24 Punkte auf 4.195. Die Dynamik der Erholungsrally vom Morgen habe stark nachgelassen, heißt es im Handel. Die Vorgaben aus den USA und aus Asien waren sehr unterschiedlich ausgefallen: Der marktbreite S&P-500-Index fiel am Vorabend in den USA auf den tiefsten Stand seit über zehn Jahren und damit unter das Tief des Bärenmarktes von 2002.
Die Schnäppchenjagd an den asiatischen Börsen und das kräftige Plus der US-Futures von aktuell 3,2% bzw 2,6% stützen jedoch. Mit Sonderbewegungen müsse aber wegen des kleinen Verfalltages an der Terminbörse Eurex gerechnet werden. Beim November-Verfall können die Aktienoptionen nicht gegen einen gleichzeitig auslaufenden Future verrechnet werden. "Deswegen kann es in Einzelaktien durchaus noch zu seltsamen Bewegungen kommen", so ein Händler. Die Nachrichtenlage ist dagegen mit dem Ende der Berichtssaison sehr dünn.
Charttechnisch liegt die nächste wichtige Unterstützung beim bisherigen Jahrestief bei 4.014,60 Punkten. Ein Rutsch unter diese Markte dürfte für neuen Verkaufsdruck sorgen. Oberhalb von 4.300 Zählern hellte sich dagegen das Bild zumindest kurzfristig auf, heißt es von Anhängern der technischen Analyse. "Angesichts der starken Überverkauftheit ist eine technische Gegenbewegung überfällig", sagt ein Händler.
Defensive Titel stehen unter Druck. "Hier wird klar erkennbar umgeschichtet in die riskanteren Werte", sagt ein Händler. E.ON fallen um 4,2%, RWE um 5,2% und Fresenius Medical Care um 2,9%.
Die Bankenwerte werden von der Nachricht gestützt, dass sich die US-Großbank Citigroup selbst zum Verkauf stellt. Das Management des New Yorker Instituts denke sowohl über Optionen nach, Teile der Bank zu verkaufen als auch das gesamte Unternehmen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mehrere Personen mit entsprechenden Kenntnissen. Die Aktie der Citigroup stand auf Grund des hohen Bestandes an gefährdeten Vermögenswerten in den vergangenen Tagen unter kräftigem Abgabedruck und zog den gesamten Sektor mit nach unten. Hypo Real Estate gewinnen 5,2% auf 2,23 EUR, Commerzbank steigen um 5,8% auf 5,71 EUR und Deutsche Bank legen um 4,4% auf 20,22 EUR zu.
Zu den Gewinnern gehören auch Münchener Rück, die nach Aussagen aus dem Handel weiter von starkem Kaufinteresse einzelner Anleger profitieren. "Hier sammelt jemand seit Tagen Stücke ein", so ein Teilnehmer. Angesichts des dünnen Volumens treibe das Interesse die Aktie schnell in die Höhe. Daneben verweisen Marktteilnehmer auf eine positive Studie zum Versicherungssektor von Credit Suisse. Die eingepreiste Ausfallrate über einen Fünfjahreszeitraum liege in der Zwischenzeit bei 61% und damit deutlich höher als das Hoch der tatsächlichen Ausfallquoten von 46% im Jahre 1935. Für die Münchener Rück geht es um 3,6% auf 101,57 EUR nach oben.
DJG/mod/flf
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November 21, 2008 07:27 ET (12:27 GMT)
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