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UPDATE: Commerzbank beschleunigt Übernahme von Dresdner Bank

DJ UPDATE: Commerzbank beschleunigt Übernahme von Dresdner Bank

(durchgehend neu)

Von Olaf Ridder

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Commerzbank übernimmt die Dresdner Bank bereits im Januar 2009 vollständig und damit nicht wie zunächst vereinbart in zwei Schritten. Dafür zahlt das Frankfurter Institut der Dresdner-Bank-Mutter Allianz einen größeren Anteil des Kaufpreises in bar. Im August hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, die Transaktion in zwei Schritten zu vollziehen und frühestens in der zweiten Jahreshälfte abzuschließen. Die Transaktion wird für die Commerzbank zudem günstiger als vorgesehen.

Beobachter werteten die am Donnerstagabend bekannt gegebene Vereinbarung positiv. Von einer "Win-win-Situation" für alle Beteiligten sprach Analyst Michael Seufert von der NordLB. Für Konrad Becker von Merck, Finck & Co ist ausschlaggebend, dass mit einer Komplettübernahme das Risiko des Scheiterns vorzeitig beseitigt sei und sich beide Parteien schnell auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren könnten.

An der Börse profitierte vor allem die Commerzbank-Aktie. Sie startete mit einem Kurssprung von 19% im Frankfurter Handel, kam anschließend allerdings zurück. Gegen 10.15 Uhr zeigte sich der Titel mit 7,1% Plus bei 7,37 EUR als Tagessieger im DAX. Zweitstärkster Wert ist die Allianz-Aktie die nach anfänglich 8,7% Kursplus noch mit einem Aufschlag von 6,9% bei 63,97 EUR gehandelt wird.

Die modifizierte Vereinbarung sieht vor, dass die Commerzbank der Allianz für die Dresdner Bank insgesamt 3,215 Mrd EUR in bar sowie 163,5 Mio Commerzbank-Aktien zahlt. Das sind 1,4 Mrd EUR mehr Bargeld als Ende August vorgesehen. Außerdem zahlt die Commerzbank 250 Mio EUR dafür, dass auf einen Risikoschirm zur Abdeckung spezieller ABS-Anlagen verzichtet wird. Die Allianz wird künftig 18,4% des Commerzbank-Kapitals halten.

Ursprünglich sollte die Dresdner Bank im Januar zunächst 60% der Dresdner-Bank-Anteile und in einem zweiten Schritt sechs bis neun Monate später die restlichen 40% übernehmen. Doch der Grund für die Zweiteilung - eine von einer außerordentlichen Hauptversammlung der Commerzbank zu beschließende Kapitalerhöhung - ist weggefallen.

Die Commerzbank bezahlt für die zweite Tranche 1,4 Mrd EUR in bar und nicht wie ursprünglich vorgesehen mit 151,5 Mio neuen Aktien. Damit müssen die Anteilseigner keine Kapitalerhöhung beschließen. Auch das werteten Beobachter am Morgen positiv: "Eine Abstimmung auf der Hauptversammlung birgt immer ein Risiko in sich", sagte Analyst Becker. Woher die Commerzbank die zusätzlichen 1,4 Mrd EUR Kaufpreis nehme, darüber könne allerdings nur spekuliert werden.

Laut Commerzbank kommt die Dresdner-Bank-Übernahme damit deutlich günstiger als noch im August. Mit insgesamt 5,1 Mrd EUR beziffert das Institut das Gesamtpaket. Nach der ursprünglichen Planung waren vor Abschirmung der ABS-Risiken im August 8,8 Mrd EUR vorgesehen.

Hauptgrund für den gesunkenen Kaufpreis ist allerdings der verfallene Kurs der Commerzbank-Aktie, wodurch die Transaktion insgesamt einen geringeren Wert hat. Seinerzeit war der Kurs der Commerzbank-Aktie zu 20,80 EUR angesetzt worden, jetzt geht die Kalkulation noch von 7,40 EUR aus, wie aus einer Präsentation der Bank hervorgeht.

Ungeachtet dessen gehen auch die Analysten von einem für die Commerzbank günstigeren Übernahmepreis aus. Aus Sicht von Konrad Becker hat sich die Allianz den vorgezogenen Verkauf rund 600 Mio EUR kosten lassen. Dafür verbessere sich für die Versicherung die "Solvency Ratio", weil die Commerzbank-Beteiligung nun deutlich unter den zunächst vereinbarten 30% bleibe.

"Vorteilhaft für alle Beteiligten", nannte auch Allianz-Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann die Einigung: "Insbesondere Mitarbeiter und Kunden profitieren davon, dass nun nicht zwei Banken lange im Übergangsprozess arbeiten müssen, sondern dass die neue Commerzbank schnell handlungsfähig ist".

Das sieht auch Analyst Michael Seufert von der NordLB so, der die Commerzbank-Aktie mit "halten" einstuft. Für die Allianz schaffe der vorgezogene Verkauf der Dresdner-Bank-Anteile Planungssicherheit für 2009.

-Von Olaf Ridder, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 117, 
   unternehmen.de@dowjones.com 
   DJG/rio/nas 
 

(END) Dow Jones Newswires

November 28, 2008 04:30 ET (09:30 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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