Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist im Krisenjahr 2009 weiter gesunken. Im Schnitt hatten 8,8 Millionen Menschen in Aktien oder Fonds mit Aktienbeständen investiert, das sind gut fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Dies geht aus einer Statistik des Deutschen Aktieninstituts hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Damit machten 13,6 Prozent der Bevölkerung (vom 14. Lebensjahr gerechnet) direkt oder indirekt Geschäfte mit Aktien.
Im Vergleich zum Rekordjahr 2001 ist die Zahl der Aktienbesitzer um rund vier Millionen oder mehr als 30 Prozent gesunken. Neben den Kurseinbrüchen nach dem Platzen der Internet-Blase und in Folge der jüngsten Finanzkrise seien dafür auch steuerpolitische Maßnahmen verantwortlich, erklärte das Aktieninstitut. So seien Aktien im Vergleich zu Anleihen steuerlich benachteiligt.
"Solange Fremdkapitalanlagen deutlich günstiger besteuert werden als Anlagen in Eigenkapital, darf man sich über die Folgen für die Aktienakzeptanz nicht wundern", heißt es in der Kurzstudie. Die jüngste Diskussion um eine Börsenumsatzsteuer weise erneut in die falsche Richtung. "Aktionäre würden zu Unrecht zu Sündenböcken gemacht, obwohl sie die Finanzkrise nicht verursacht haben", erklärte das Institut, das von zahlreichen börsennotierten deutschen Firmen getragen wird.
Von den insgesamt 8,8 Millionen Aktienbesitzern sind laut der Untersuchung 2,2 Millionen reine Aktionäre, die ausschließlich direkt in Aktien investieren. Davon halten 0,7 Millionen ausschließlich Belegschaftsaktien. 5,2 Millionen Anleger halten Anteile von Aktien- oder Mischfonds, weitere 1,4 Millionen halten sowohl Aktien als auch Fonds.
Im Vergleich vom ersten zum zweiten Halbjahr stieg die Zahl der Aktienbesitzer gerade mal um 19.000 an. Dabei gewann die direkte Anlage in Aktien an Bedeutung, während Fonds weniger Interessenten fanden. "Die in den letzen 18 Monaten weitgehend unveränderte Gesamtzahl der Aktienanleger von 8,8 Millionen ist eine erfreuliche, aber auch notwendige Stabilisierung. Sie darf aber nicht den falschen Eindruck erwecken, die Talsohle sei endgültig durchschritten", heißt es in der Studie, für die im Laufe des vergangenen Jahres insgesamt 26.400 Personen befragt worden waren.
(DAI-Kurzstudie: http://dpaq.de/RlW9Q) [Deutsches Aktieninstitut]: Niedenau 13-19, 60325 Frankfurt am Main/rg/DP/stb
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