(neu: Reaktion von Aer Lingus, Analystenstimmen)
LONDON (dpa-AFX) - Europas größter Billigflieger Ryanair
Ryanair forderte ein Treffen mit Regierungsvertretern in Irland und mit dem Management von Aer Lingus. Die Kurzstrecken-Flotte von Aer Lingus soll nach den Ryanair-Plänen in den kommenden fünf Jahren auf 66 Maschinen verdoppelt werden. Es würden bis zu 1.000 neue Jobs entstehen, hieß es.
ERSTER VERSUCH GESCHEITERT
Ryanair hatte vor zwei Jahren versucht, Aer Lingus für rund 1,5 Milliarden Euro zu übernehmen. Allerdings untersagte die EU- Kommission das Angebot aus Wettbewerbsgründen. Auch die irische Regierung und die Belegschaft hatten sich gegen eine Übernahme gewehrt. Ryanair besitzt derzeit bereits 29,8 Prozent der Aer-Lingus- Aktien, die irische Regierung ist noch mit rund 25 Prozent beteiligt. Von der Gewerkschaft IMPACT, die das Aer Lingus Kabinenpersonal vertritt, hieß es, dass sich Angestellten auch beim zweiten Kaufversuch wohl gegen eine Übernahme aussprechen würden.
Analysten sehen die Chancen für den Zukauf gemischt. Jüngste Zusammenschlüsse in der Branche könnten das Klima für das Anliegen von Ryanair positiv beeinflusst haben, hieß es von Analysten von Numis Securities. "Der Zeitpunkt des Gebots ist interessant, da sich im Zuge der Rezessionsrisiken und dem eingetrübten Konsumklima in Irland und Großbritannien die Risiken für die Rentabilität verschärft haben." Analysten der Royal Bank of Scotland (RBS) geben dem Vorhaben eine Erfolgschance von 50 Prozent - diese sei damit immerhin höher als beim ersten Übernahmeversuch, schrieben die RBS-Experten.
In der Ryanair-Mitteilung hieß es, Aer Lingus sei eine "isolierte, nicht wettbewerbsfähige und verlustreiche EU-Fluggesellschaft", die angesichts der hohen Ölpreise und der Rezession in die Krise gerutscht sei. Die Airline hatte im ersten Geschäftshalbjahr 2008 einen Verlust von 22,3 Millionen Euro gemacht - im Vorjahreszeitraum war es noch ein Gewinn von 2,6 Millionen Euro.
GEWINNRÜCKGANG BEI RYANAIR
Aer Lingus fliegt fast 60 Ziele in Großbritannien und Kontinentaleuropa an und beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. Ryanair bedient fast 150 Ziele in Europa und hat eine Flotte von 108 Flugzeugen. Ryanairs Gewinn war im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende September um fast 77 Prozent auf 953 Millionen Euro gefallen./re/stb/DP/stw
ISIN IE00B1GKF381 IE00B1CMPN86
AXC0165 2008-12-01/16:34
