Mainz (ots) - Die globale Finanzkrise hat Bayern erreicht, Horst Seehofer verordnet seiner Landesbank den Abschied vom Dasein eines Global Players, künftig sollen kleinere, dafür aber deutlich solidere Brötchen gebacken werden. Das Überleben wird trotz katastrophaler Verluste vorerst garantiert, dafür wird ein Viertel der Belegschaft gehen müssen. Schluss mit großen Auftritten und Geschäften von New York über London und Schanghai bis nach Tokio und Hongkong. Die Zukunft heißt Geschäfte vor allem mit dem Mittelstand von München über Nürnberg bis nach Würzburg. Die Konsequenzen, die die bayerische Staatsregierung da zieht, sind zwar richtig, aber der Weg, den sie gewählt hat, ist völlig verkehrt. Denn sie hält weiter daran fest, die Landesbank als ihr ureigenes Finanzinstrument gebrauchen zu wollen. Dafür ist ihr offenbar nahezu jeder Aufwand recht, denn sie greift zu ihren eigenen Steuermilliarden, lässt sogar die bisherigen guten Partner, die Sparkassen außen vor, deren 50-Prozent-Anteil deshalb massiv sinken wird. Und sie folgt den überhaupt nicht guten Beispielen Baden-Württembergs, Niedersachsens und Sachsen-Anhalts und verschmäht bei ihrer Radikalkur sämtliche bereitstehenden Bundesmittel. Der Grund ist offensichtlich: Man will weiter allein das Sagen in einem Institut haben, mit dem man bisher schon nicht immer besonders glücklich, und ganz sicher nicht immer konsequent nach den Regeln des königlichen Kaufmanns politisch gestaltet hat. Das wird sich auf Dauer aber kaum durchhalten lassen, vor allem nicht gegen die Sparkassen, die überdies den Bund hinter sich wissen. Sie haben längst gute und richtige Pläne in der Schublade, die Zahl der Landesbanken bundesweit von derzeit sieben auf drei zu reduzieren. Das wäre vernünftig, denn Reibungsverluste kosten immenses Geld, von doppelten und dreifachen Kosten gar nicht zu sprechen. Doch so weit sind wir offenbar noch lange nicht. DererneuteAlleingang, diesmalin München, spricht Bände.
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