DJ General Motors stellt Investitionen für Südamerika nicht in Frage
BUENOS AIRES (Dow Jones)--Der US-Automobilhersteller General Motors (GM) stellt seine Investitionspläne für Südamerika nicht in Frage. "Wir haben in Südamerika eine lange Geschichte und wir sind hier, um zu bleiben. Wir denken nicht, dass ein Konkurs ein mögliches Szenario ist", sagte Maureen Kempston-Darkes, President für die Region Südamerika, Afrika und Mittlerer Osten bei GM, im Gespräch mit Dow Jones Newswires.
Die südamerikanischen Geschäftsbereiche finanzierten sich größtenteils aus sich selbst, sagte Kempston-Darkes. Außerdem wiesen sie solide Umsätze aus. "Wir werden uns weiter auf Produkte konzentrieren, die auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Zudem sind wir auf eine schlanke und flexible Produktion ausgerichtet", sagte die Managerin weiter.
Die Region Südamerika, Afrika und Mittlerer Osten war in den vergangenen Jahren der profitabelste Bereich bei GM, während das Geschäft im Heimatmarkt Nordamerika nicht aus den Verlusten herausgekommen ist. Im vergangenen Jahr erhöhte GM den Absatz im Bereich Südamerika, Afrika und Mittlerer Osten um rund 19% auf 1,24 Fahrzeuge im Jahresvergleich.
GM ist gemessen am Absatz in Südamerika in den vergangenen zehn Jahren Marktführer gewesen. Die meisten Fahrzeuge verkauft das Unternehmen hier unter der Marke Chevrolet. Brasilien war im vergangenen Jahr für Chevrolet der wichtigste Markt außerhalb der USA mit einem Absatz von 499.000 Einheiten.
Brasilien ist der drittgrößte Markt für GM hinter den USA und China. Allerdings ist der Markt in Brasilien, der größte in Südamerika, in der zweiten Jahreshälfte 2008 deutlich in die Knie gegangen. Grund dafür ist die strengere Kreditvergabe und bislang gibt es keine Anzeichen für eine Besserung.
In Südamerika betreibt GM Werke in Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Venezuela. Die Werke in Brasilien umfassen dabei auch ein Zentrum für Design und Technik. Kempston-Darkes sagte weiter, man stelle die Investitionen für Südamerika nicht auf den Prüfstand. Der jüngste Investitionsplan sieht 1,5 Mrd USD für Brasilien und Argentinien vor.
Die Mittel soll für eine neue Fahrzeugfamilie im Bereich Kleinwagen für die Schwellenmärkte verwendet werden. Zudem soll für 200 Mio USD ein neues Bauteile-Werk im brasilianischen Joinville gebaut werden. Hier soll die Produktion im vierten Quartal 2009 an den Start gehen.
Die drei US-Automobilhersteller GM, Ford und Chrysler stehen derzeit unter starkem Druck. Sie müssen den US-Kongress davon überzeugen, dass die Konzerne überlebensfähig sind. Das ist die Voraussetzung, um die geforderten Staatshilfen von 25 Mrd USD zu erhalten. Die Parlamentarier hatten den US-Automobilherstellern ein Ultimatum bis zum 2. Dezember gestellt.
Bis dahin müssen GM, Ford und Chrysler einen Plan vorlegen, wie sie das Geld der Steuerzahler verwenden wollen. Allein GM fordert 12 Mrd USD, um einen möglichen Konkurs abzuwenden. Bereits in der vergangenen Woche hatten Medien berichtet, GM denke darüber nach, sich von drei weiteren Marken zu trennen.
GM prüfe den Verkauf der Marken Saturn, Saab und Pontiac. Für seinen schweren Sport-Geländewagen Hummer sieht sich GM bereits seit Juni nach einem Käufer um. Zu GM gehören in den USA außerdem noch Buick, Cadillac, Chevrolet und GMC.
Webseite: http://www.gm.com/ -Von Christoph Rauwald, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/cbr/rio
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December 02, 2008 01:09 ET (06:09 GMT)
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