DJ press1.de/Sanitätshäuser fördern Behindertensport
Sanitätshäuser fördern Behindertensport
(press1) - 3. Dezember 2008 - Über 4000 Athleten aus 148 Nationen kämpften bei den Paralympischen
Spielen in Beijing um Medaillen. Für Deutschland starteten 171 Sportler und errangen 118
Medaillen. Das bedeutet Platz 11 in der Rangliste der beteiligten Nationen.
Statistiken dieser Art tauchten nach den Paralympics in allen Medien auf. Ob sie den
individuellen Leistungen der behinderten Sportler und ihrer Betreuer auch nur annähernd gerecht
werden, ist eine andere Frage. Sie zeigen jedoch den erhöhten Stellenwert des Behindertensports
in der öffentlichen Wahrnehmung. Und das ist gut so, denn die olympischen Medaillen lenken den
Blick auf eine Gruppe von Menschen in unserer Gesellschaft, die trotz körperlicher Behinderung
hervorragendes zu leisten vermag.
Behindertensport ist Breitensport
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) e.V. ist die Vertretung des Sports aller Menschen mit
Behinderung. In 17 Landesverbänden sind über 3.500 Vereine und Behindertensportgemeinschaften mit
ca. 340.000 aktiven Mitgliedern organisiert. Hier und in anderen Verbänden des Behindertensports,
liegt die breitensportliche Basis für die paralympischen Erfolge.
Hier arbeiten Helfer, Betreuer, Trainer und Sportmediziner mit viel Engagement und Überzeugung.
Ein normaler Sportbetrieb, könnte man meinen, wie es ihn im Land tausendfach gibt. Im Prinzip ja,
mit dem wichtigen Unterschied, dass für Menschen mit körperlicher Behinderung nichts einfach und
normal ist. Der Weg zum Training, die Fahrt zum Auswärtsspiel ist zum Beispiel für
Rollstuhlfahrer ein mittelschwerer organisatorischer Kraftakt. Von Anschaffung, Pflege und Unter-
halt des Sportgerätes ganz zu schweigen. Oft sind Sportstätten nicht für die Bedürfnisse
körperbehinderter Sportler eingerichtet. Toiletten, Dusch- und Um-kleideräume für Rollstühle
nicht geeignet.
Sanitätshäuser - moderne Hilfsmittel und orthopäditechnische Versorgung
Behinderte Freizeit- und Leistungssportler haben gelernt, mit solchen Widrig-keiten zu leben.
Wichtiger für den Behinderten-Sportbetrieb, egal ob Basis- oder Spitzensport, ist die
funktionierende orthopädische und medizinische Ver-sorgung. In Deutschland kümmert sich ein
Netzwerk von Herstellern, Sportärzten, Orthopäden und Orthopädietechnikern, oft still und
ehrenamtlich, um diese Seite des Behindertensports.
Eine wichtige Funktion hinsichtlich Beratung und flächendeckender Versorgung übernehmen dabei die
über 3.500 Sanitätshäuser. Oft handelt es sich um Fachbetriebe, die sowohl orthopädietechnische
als auch medizintechnische Fachversorgung leisten. Längst werden die Sanitätshäuser in
Deutschland als kompetente Beratungs- und Dienstleistungscenter in Sachen Healthcare, Hilfsmittel
und, je nach Ausrichtung des Betriebes, auch für Prothetik und Orthetik erkannt und genutzt.
Praxiserfahrung, handwerkliches Können und der ständige Austausch mit den Herstellern von
Prothesen, Orthesen und Hilfsmitteln sind Branchenstandard. Das setzt Sanitätshäuser und
Ortopädietechniker in die Lage, für jede Behinderung die optimale Versorgung zu leisten.
Industriesponsoring für Sporteliten
Engagement und Leistungswillen behinderter Sportler und flächendeckende orthopädietechnische
Versorgung sind zwei Bausteine des Behindertensports. Einen dritten, wichtigen Baustein, liefert
die Industrie. Ohne die Entwicklungs-abteilungen der Hersteller wären viele Spitzenleistungen
deutscher Athleten in Peking nicht möglich gewesen.
Michael Teuber, Silbermedaillengewinner in der Radsport Einerverfolgung über 3000 Meter, setzt
eine absolute Neuentwicklung ein. Der 40jährige fährt mit extrem leichten und gleichzeitig
stabilen Spezial-Orthesen, die von der Sportpresse als "Wunderschuhe" gefeiert werden. Entwickelt
und hergestellt werden die neuartigen Orthesen gemeinsam von drei innovativen deutschen
Unternehmen. Federführend mit dabei: die Ortema GmbH an der Orthopädischen Klinik in
Markgröningen.
Oder Andrea Eskau, Goldmedaille im Handbike-Rennen, mit einer individuellen Sportrollstuhl-
Spezialanfertigung der Schmicking Reha-Technik GmbH. Die Sportgeräte des Unternehmens sind
begehrt. Etwa die Hälfte aller teilnehmenden Handbiker rollte in Peking mit Bikes des deutschen
Herstellers. Oder die Hightech-Sportprothesen der Firma Otto Bock für Heinrich Popow,
Silbermedaille im 100 Meterlauf und der Firma Össur für Wojtek Czyz, Goldmedaille im Weitsprung.
Wie effektiv diese Entwicklungen von den Athleten beurteilt werden, zeigt ein Statement des
oberschenkelamputierten Sprinters Heinrich Popow mit Blick auf den beidseitig amputierten
Südafrikaner Oscar Pistorius, der mehr als eine Sekunde schneller im Ziel war: "Mein gesundes
Bein ist meine eigentliche Behinderung."
Sanitätshäuser - Fachberatung und Hilfe für alle
Die paralympischen Medaillen und Erfolge sind die beste Werbung für den Behindertensport. Die
Fachleute in den Sanitätshäusern sehen das positiv. Sie wissen, dass viele neue Entwicklungen im
Vergleich zu den spektakulären Sprintprothesen eher unauffällig, aber von größter Wirksamkeit für
das Wohlbefinden sind. So verbessern Liner-Systeme, flexible Thermoplaste und Silikone die
Prothesenhaftung am Körper und vermindern Druck- und Scheuerprobleme. Für Top-Athleten,
Freizeitsportler und normale Prothesenträger ein enormer Fortschritt.
Nicht erst seit den Paralympics und Michael Teubers "Wunderschuhen" rücken orthetische
Hilfsmittel ins Blickfeld. Für Sportmediziner schon immer erste Wahl, werden orthetische
Hilfsmittel zunehmend auch allgemeinmedizinisch und präventiv eingesetzt. Hüft-, Knie- und
Handgelenkorthesen bzw. Bandagen für Arbeit, Sport- und Freizeit bringen Behinderten und
Nichtbehinderten deutliche Verbesserungen.
Aber nicht jede Orthese und Bandage hält, was die Verpackung verspricht. Orthopädische
Hilfsmittel haben ihren Preis, gerechtfertigt durch oft jahrelange Entwicklung und hochwertige
Materialien. Produktpiraten drängen auch in diesen Markt.
Walter M. Leuthe, Geschäftsführer der Sporlastic GmbH, einer der führenden Anbieter im Bereich
orthopädischer Hilfsmittel, bezieht eindeutig Position: "Wichtig für unsere Produkte sind Arzt
und Fachhandel, denn orthopädische Hilfsmittel brauchen die medizinische Beratung." Im
Umkehrschluß sieht er den Markt frei verkäuflicher Bandagen, zum Beispiel in Sportgeschäften,
kritisch: "Hier fehlt einfach das Wissen und die Beratungskompetenz, die im Sanitätshaus
vorhanden ist."
Die Basis fördern
Wie wichtig die im Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV) organisierten Sanitätshäuser
das Thema Behindertensport nehmen, zeigt die bis Februar 2009 laufende große Spendenaktion
zugunsten des Förderkeises Behindertensport.
An der Aktion beteiligen sich der Deutsche Lotto- und Totoblock, die Katharina Witt Stiftung und
das Zweite Deutsche Fernsehen. Seit September 2008 stehen Spendendosen in den deutschen
Sanitätshäusern wie auch in den Lottoannahme-stellen. Mit den Spendengeldern werden Projekte des
Breiten- und Rehabilitationssports für Menschen mit Behinderungen unterstützt. Schirmherren sind
alle Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin Dr. Angelika Merkel.
Gerda Pleitgen, Vorsitzende des Förderkreises, sieht in der Kooperation eine breite
gesellschaftliche Unterstützung für die Aufgaben des Behindertensports: "Es freut mich besonders,
dass jetzt auch der Deutsche Lotto- und Totoblock und die deutschen Sanitätshäuser beteiligt
sind. Der Förderkreis ist für jede Spende dankbar, denn auch die kleinste Spende hat für die
Menschen mit Behinderung eine große Wirkung".
Heinrich Popow, oberschenkelamputiert, Silbermedaille 100 Meterlauf bei den Paralympics 2008 in
Peking, sagt es anders: "Im Fernsehen durften wir bisher ja allenfalls mal zu Aktion Mensch, aber
das reicht uns nicht. Wir wollen auch ins Sportstudio."
Abdruck honorarfrei bei Quellenangabe und Fotonachweis:
Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, Dortmund
Pressekontakt:
radermacher schmitz - public relations
Elvira Schmitz
Petrusstraße 22, 53 639 Königswinter
Tel.: 02244-870709, Fax: 02244-870169
E-Mail: mailto:schmitz@radermacher-pr.de
Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Bernd Wünschmann
Reinoldistraße 7-9, 44 135 Dortmund
Tel.: 0231-557050-0, Fax: 0231-557050-70
E-Mail: mailto:wuenschmann@ot-forum.de
Internet: http://www.ot-forum.de
Pressetext und Fotos erhalten Sie unter: http://www.ot-
forum.de/verband/bild__und_textarchiv/texte_und_bilder/sh_foerdern_behindertensport/index_ger.html
Fotonachweis:
Motiv Michael Teuber: Firma Ortema
Motiv Andrea Eskau: privat
Motive Rollstuhlsport: DRS, Deutscher Rollstuhl-Sportverband
Motiv Spendenaktion: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Adressen und Verbände im Behindertensport:
IPC - International Paralympic Commitee
Adenauerallee 212 - 214
53113 Bonn
http://www.paralympic.org
Deutscher Behindertensportverband e.V.
Friedrich-Alfred-Straße 10
47055 Duisburg
http://www.dbs-npc.de
Deutscher Rollstuhl - Sportverband
Friedrich-Alfred-Straße 10
47055 Duisburg
http://www.rollstuhlsport.de
Deutsche Behinderten-Sportjugend DBSJ
Friedrich-Alfred-Straße 10
47055 Duisburg
http://www.dbsj.de
Deutscher Gehörlosen-Sportverband e.V.
Tenderweg 9
45141 Essen
http://www.dg-sv.de
/p>
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
December 03, 2008 04:24 ET (09:24 GMT)
© 2008 Dow Jones News
