DJ UPDATE: ISM-Index für US-Dienstleister auf Rekordtief
(NEU: Volkswirte, Hintergrund zum Arbeitsmarkt)
WASHINGTON (Dow Jones)--Der gewichtete Sammelindex des Institute for Supply Management (ISM) für die Geschäftsaktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe der USA hat im November ein Rekordtief erreicht. Wie das ISM am Mittwoch berichtete, brach der Index auf 37,3 Punkte ein, nachdem er im Vormonat noch bei 44,4 gelegen hatte. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1997. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 42,0 Punkte erwartet.
Damit liegt der Index für die Branche, die etwa 80% zum US-Wachstum beiträgt, den zweiten Monat in Folge unter der Expansionsschwelle. Ein Indexstand von über 50 Punkten weist auf eine Expansion des Dienstleistungssektors hin, ein Niveau unterhalb dieser Marke signalisiert entsprechend eine Kontraktion.
Der Einbruch des Dienstleistungsindex bestätigt Volkswirten zufolge, dass sich die US-Wirtschaft in einer Rezession befindet. "Die Stimmungslage ist eher schon als depressiv zu bezeichnen", sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer zu den Daten. Schließlich habe das Indextief in der vergangenen Rezession im Jahr 2001 noch bei 44,8 gelegen. Damit reihe sich der US-Serviceindex nahtlos in das allgemein düstere Stimmungsbild in den USA ein.
Auch Ian Lyngen, Ökonom von RBS Greenwich Capital, erklärte: "Insgesamt bietet der Bericht mehr von den negativen Wirtschaftsdaten, die wir in den vergangenen Wochen gesehen haben". Bereits am Montag hatte das ISM für seinen Industrieindex ein 26-Jahrestief gemeldet. Außerdem hatte das National Bureau of Economic Research (NBER) am selben Tag offiziell festgestellt, dass sich die US-Wirtschaft in einer Rezession befindet. Diese habe bereits im Dezember 2007 begonnen.
Den weiteren Angaben des ISM zufolge verringerte sich der Subindex für den Output im US-Dienstleistungssektor um 11,2 Punkte auf 33,0 (Oktober: 44,2) und jener für die Auftragseingänge fiel um 8,6 Punkte auf 35,4 (44,0). Der Subindex für die Beschäftigung ging um 10,5 Zähler auf 31,3 (41,5) zurück. Dagegen verbesserte sich der Index der Lieferfristen auf 49,5 (48,0). Die Indizes für die Geschäftsaktivität, den Auftragseingang und die Beschäftigung fielen alle auf den tiefsten Stand in ihrer Historie.
Der Sammelindex ist der Mittelwert dieser vier Diffusionsindizes. Der Subindex der Aktivität entspricht dem bis Dezember 2007 ausgewiesenen ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe.
Der Subindex für die Preise verringerte sich im November ebenfalls deutlich und fiel auf 36,6 von 53,4 im Vormonat. Dieser monatliche Rekordrückgang um 16,8 Punkte brachte den Subindex ebenfalls auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Datenreihe und deutet auf einen stark nachlassenden Preisdruck in dem Sektor hin.
Mit Blick auf die Entwicklung der Subindizes zeigten sich die Bankvolkswirte vor allem über den Rückgang der Beschäftigungskomponente besorgt. Der Einbruch des Subindex für die Beschäftigung deute "auf eine außerordentlich negative Entwicklung des Arbeitsmarkt im November hin", sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Dies bestätigten auch die Daten des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing Inc (ADP).
Nach dem ADP-Bericht gingen im November 250.000 Stellen in der US-Privatwirtschaft verloren. Das war der stärkste Rückgang seit November 2002. Für Oktober wies der am Mittwoch veröffentlichte Bericht ein Minus von revidiert 179.000 (vorläufig: minus 157.000) Jobs aus. Der der ADP-Bericht stützt sich auf etwa 225.000 US-Unternehmen mit rund 14 Millionen Beschäftigten und lehnt sich an die Methodik des BLS an.
Der offizielle Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) wird am Freitag vorgelegt. Der Commerzbank-Ökonom Weidensteiner rechnet nun mit einem Stellenabbau um mehr als 325.000. UniCredit-Ökonom Harm Bandholz geht angesichts der Daten nun davon aus, dass im November 450.000 Jobs verloren gingen. Das wäre der stärkste Rückgang seit Dezember 1974.
Webseite: http://www.ism.ws DJG/DJN/kth/ptt
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December 03, 2008 12:17 ET (17:17 GMT)
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