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UPDATE: Lufthansa-Aufsichtrat macht Weg für AUA-Übernahme frei

DJ UPDATE: Lufthansa-Aufsichtrat macht Weg für AUA-Übernahme frei

(NEU: Details, Hintergründe, Aussagen Lufthansa-Management) 
 
   Von Kirsten Bienk und Nico Schmidt 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG hat mit seiner Zustimmung den Weg für die Übernahme der angeschlagenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) geebnet. Der Maximalpreis der Transaktion liege bei rund 377 Mio EUR, sagte Claudia Lange, Sprecherin von Deutschlands größter Airline, am Mittwoch auf Anfrage von Dow Jones Newswires.

Für die Übernahme der 41,56-prozentigen Beteiligung der Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) an der AUA zahlt Lufthansa über einen Besserungsschein zunächst 366.000 EUR. Je nach der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Wiener Konkurrenten und der Lufthansa-Aktie im Vergleich zu den Aktienkursen von Wettbewerbern kommt eine Summe von 162 Mio EUR hinzu.

Eine der zentralen Bedingungen für einen Abschluss der Transaktion ist, dass der Lufthansa nach Ende der regulären Annahmefrist des öffentlichen Übernahmeangebotes mindestens 75% der AUA-Aktien angedient werden. Um ausreichend viele im Streubesitz befindliche AUA-Aktien zu kaufen, wird die Lufthansa weitere 215 Mio EUR zahlen müssen.

Der AUA-Mehrheitseigner, die ÖIAG, reagierte prompt auf die Entschlüsse des Lufthansa-Kontrollgremiums und begrüßte dessen Entscheidung. "Damit sind entscheidende Weichen seitens der Lufthansa für eine gemeinsame Zukunft von Lufthansa und Austrian Airlines gestellt", teilte die staatliche Investitionsgesellschaft mit. "Die Lufthansa als Partner für die AUA sichert nicht nur den Bestand von Marke und Arbeitsplätzen, sondern wird ihr auch langfristig den Zugang zu lebenswichtigen internationalen Passagierströmen bringen."

ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis sagte, dass die AUA "eigenständig ihr Geschäftsmodell auf Dauer nicht halten könnte". Der ÖIAG-Aufsichtrat will seinerseits am Freitag über die Transaktion entscheiden. Im Anschluss an diese Sitzung des Kontrollgremiums sollen nach Lufthansa-Angaben die Verträge unterzeichnet werden.

Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, sagte, ein wichtiger Schritt in Richtung eines Zusammenschlusses sei gemacht. "Unser Angebot ist fair. Es trägt den Interessen aller Beteiligten Rechnung und sieht eine gerechte Verteilung der Lasten und Risiken vor", so der Manager. "Die Folgen der Finanzmarktkrise und die Wirkungen auf die Realwirtschaft belasten auch den Luftfahrtsektor erheblich. Strukturelle Veränderungen erhöhen die Chancen für verbesserte Perspektiven in der gemeinsamen Zukunft von Lufthansa und Austrian Airlines."

Allerdings stehen einem Abschluss noch mehre wettbewerbsrechtliche Hürden im Weg. So muss nun die kartellrechtliche Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgen, außerdem muss der von der Republik Österreich zugesagte Restrukturierungsbeitrag von 500 Mio EUR beihilferechtlich genehmigt werden.

Die kurz vor Handelsschluss an der Frankfurter Börse bekannt gewordene Nachricht sorgte kaum für eine Bewegung der Lufthansa-Aktie. Der Kauf sei erwartet worden, begründete ein Händler. Ob die Übernahme sinnvoll sei, werde sich ohnehin erst in einigen Jahren erweisen und sei keine Frage des Preises. "Die große Frage ist, ob es der Lufthansa gelingen wird, die AUA zu sanieren", so der Händler. Die Lufthansa-Aktie gewann mit dem Gesamtmarkt 0,3% und schloss bei 10,36 EUR.

Die österreichische Bundesregierung hatte Ende Oktober ihre Bereitschaft erklärt, im Rahmen des AUA-Verkaufs bis zu 500 Mio EUR zuschießen zu wollen. Die Fluggesellschaft ist mit rund 900 Mio EUR verschuldet und räumte erst jüngst ein, für das Gesamtjahr mit einem Verlust zwischen 110 Mio und 125 Mio EUR zu rechnen.

Die österreichische Bundesregierung beauftragte die ÖIAG Anfang August mit der Privatisierung des in staatlicher Hand verbliebenen AUA-Anteils. Danach folgte eine Phase der Ungewissheit und ein langes Hin und Her, bis letztlich Mitte November klar wurde, dass die AUA nur noch mit der Deutschen Lufthansa über eine Übernahme verhandelt.

Webseiten: http://www.lufthansa-finacials.com 
              http://www.aua.at 
 
   -Von Kirsten Bienk und Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; 
   +49 - (0)69 297 25 111, nico.schmidt@dowjones.com; 
 
   DJG/ncs/kib/brb 
 

(END) Dow Jones Newswires

December 03, 2008 13:29 ET (18:29 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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