DJ UPDATE: US-Wirtschaft laut Beige Book weiter im Abwärtstrend
(Zusammenfassende Berichterstattung)
WASHINGTON (Dow Jones)--Die US-Wirtschaft hat nach einer Erhebung der US-Notenbank im Oktober und November weiter an Schwung verloren. "Die allgemeine Wirtschaftsaktivität in den USA hat sich über alle Distrikte hinweg seit dem letzten Bericht abgeschwächt", erklärt die US-Notenbank am Mittwoch in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book". Dazu hätten vor allem die sinkenden Konsumausgaben beigetragen, die insbesondere der Einzelhandel und die Autoindustrie zu spüren bekämen.
Die Konsumausgaben seien in dem Berichtszeitraum insgesamt gesunken, heißt es in dem "Beige Book". Entsprechend hätten "die Distrikte einen allgemeinen Rückgang der Einzelhandelsumsätze berichtet, und die Verkäufe von Kraftfahrzeugen sanken in den meisten Regionen deutlich". Auch die Ausgaben in der Tourismus-Branche seien nur noch "gedämpft" ausgefallen.
Die Berichte über den Dienstleistungssektor wurden in dem Konjunkturbericht als "generell negativ" bezeichnet, zudem sei die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe in den meisten Distrikten gesunken. Der Energie- und Bergbausektor, der im vorigen Bericht noch als "positiv" bezeichnet wurde, habe sich angesichts der fallenden Preise ebenfalls schwächer entwickelt.
Die Lage am Immobilienmarkt trübte sich dem "Beige Book" zufolge weiter ein. In nahezu allen Distrikten sei der Wohnungsbau weiterhin schwach und die Verkaufspreise seien weiter gesunken. Die Verkaufsaktivität am Wohnungsmarkt falle zwar gering aus, sei aber wenigstens stabil, heißt es weiter. Zugleich habe sich der Markt für Gewerbeimmobilien in allen Distrikten weiter verschlechtert. Die Kreditkonditionen seien schärfer geworden und die Kreditvergabe sei weiter gesunken.
Die Lage am Arbeitsmarkt sei in den Regionen als "schwach" bezeichnet worden. Die Nachfrage nach Leiharbeitern ging dem Konjunkturbericht zufolge vor allem in Boston, Richmond, Chicago und Dallas zurück. In letzterem Distrikt sei vor allem das verarbeitende Gewerbe betroffen. In der Region von Atlanta habe sich der Stellenabbau beschleunigt und die Arbeitszeit sei zurückgegangen. Zugleich sei die Nachfrage nach Facharbeitern in vielen Regionen noch immer stark.
Als eine der wenigen positiven Entwicklungen führte die US-Notenbank den in den Regionen nachlassenden Preisdruck an. Dies sei auf die etwas niedrigeren Preise im Einzelhandel und die fallenden Input-Preise zurückzuführen, insbesondere auf die Preise für Energie, Benzin, viele Rohstoffe und Nahrungsmittel.
Der Bericht, der von der Federal Reserve of Minneapolis erstellt wurde, dient zur Vorbereitung der nächsten Zinsentscheidung am 15. und 16. Dezember. Zinspolitische Beobachter erwarten für diese Sitzung eine Zinssenkung um 50 Basispunkte auf dann 0,50%. Gegenwärtig steht der Fed-Leitzins bei 1,00%.
Seit September vergangenen Jahres hat die US-Notenbank ihren Leitzins wegen der Finanzkrise und angesichts einer drohenden Rezession um 425 Basispunkte gesenkt.
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December 03, 2008 15:00 ET (20:00 GMT)
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