DJ Wall Street schließt trotz schwacher US-Daten sehr fest
NEW YORK (Dow Jones)--Trotz schwacher US-Konjunkturdaten haben die Kurse an Wall Street am Mittwoch in der Nähe ihrer Tageshochs den Handel beendet. Dabei verlief die Sitzung insgesamt recht volatil. Vor allem die Aufschläge bei den Bankenwerten ließen den Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) in der letzten Handelsstunde noch einmal kräftig anziehen. Zur Begründung wurde auf erste Anzeichen einer Entspannung an den Kreditmärkten verwiesen. Auch ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach die US-Finanzministerium weitere Maßnahmen zur Senkung der Hypothekenzinsen plant, stützte das Sentiment.
Der DJIA erhöhte sich um 2,1% bzw 173 Punkte auf 8.592 und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch bei 8.624 Punkten. Zwischenzeitlich war er aber auch schon bis auf 8.234 Punkte zurückgefallen. Der S&P-500 verbesserte sich um 2,6% bzw 22 Punkte auf 871. Der technologielastige Nasdaq-Composite kletterte um 2,9% bzw 43 auf 1.492 Punkte zu. Das Umsatzvolumen lag bei 1,55 (Dienstag: 1,61) Mrd Aktien. Den 1.976 Kursgewinnern standen 1.035 -verlierer gegenüber. 77 Titel schlossen unverändert.
Enttäuschend fielen die US-Konjunkturdaten des Tages aus. So brach der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe auf 37,3 Punkte ein, nachdem er im Vormonat noch bei 44,4 gelegen hatte. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1997. Volkswirte hatten einen leichteren Rückgang auf 42,0 erwartet. Damit liegt der Index für die Branche, die etwa 80% zum US-Wachstum beiträgt, den zweiten Monat in Folge unter der Expansionsschwelle.
Auch der ADP-Arbeitsmarktbericht fiel schwächer als erwartet aus. Hier wurde ein Rückgang der Beschäftigung um 250.000 ausgewiesen. Dies lag leicht über den Erwartungen der Volkswirte, die mit einem Minus von 205.000 gerechnet hatten. Der offizielle Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics für November wird am Freitag veröffentlicht. Hier erwarten von Ökonomen einen Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft von 320.000, die Arbeitslosenquote sehen sie auf 6,8% von zuvor 6,5% steigen. Im Oktober hatte sich der Stellenabbau auf 240.000 belaufen.
Die Ankündigungen und Berichte zum Hypothekenmarkt sind nach Aussage eines Händlers zwar insgesamt positiv, doch dürfte der hohe Bestand an Häusern die Immobilienpreise weiterhin belasten, was sich wiederum negativ auf die US-Konjunktur auswirke. "Das sind bislang alles nur Pläne. Es steht noch gar nicht fest, welche davon umgesetzt werden", so ein weiterer Teilnehmer.
Vor diesem Hintergrund zeigten sich vor allem die Bankenwerte mit Gewinnen. So legten Citigroup um 8,3% auf 7,82 USD zu und Bank of America verzeichneten einen Aufschlag von 7,1% auf 15,05 USD. Die Papiere von American International Group (AIG) stiegen um 7,5% auf 2,01 USD. Der neue CEO des Versicherers will bei der US-Regierung für günstigere Bedingungen für die Inanspruchnahme des Rettungspakets für AIG plädieren.
Die Aktien von Research in Motion legten nach anfänglichen Verlusten mit dem Gesamtmarkt um 4,4% auf 38,96 USD zu. Die Gewinnwarnung des Unternehmens vom Vorabend belastete die Aktie damit nur kurzzeitig. Constellation Energy Group kletterten um 10% auf 27,70 USD. Der französische Staatskonzern Electricite de France (EDF) bietet 4,5 Mrd USD für einen 50%-Anteil an dem Atomkraft-Geschäft von Constellation Energy. Im Oktober hatte EDF eine Offerte für das US-Unternehmen noch ausgeschlossen.
DJG/DJN/ros
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December 03, 2008 17:32 ET (22:32 GMT)
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