DJ US-Anleihen legen im späten Geschäft deutlich zu
NEW YORK (Dow Jones)--Erneut mit starken Aufschlägen haben sich die US-Anleihen am Donnerstag im späten Handel in New York gezeigt. Zur Begründung wurde auf die US-Konjunktrudaten und die deutlichen Abgaben an Wall Street verwiesen. Dort hatten die Kurse in der letzten Handelsstunde ihre Verluste noch einmal deutlich ausgeweitet. Im Blickpunkt der Anleger stehe allerdings bereits der US-Arbeitsmarktbericht für November, der am Freitag veröffentlicht wird, hieß es.
Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,750% gewannen einen Punkt auf 110-15/32 und rentierten mit 2,55%. Der mit 4,500% verzinste Longbond verbesserte sich um 2-6/32 auf 127-22/32, seine Rendite lag bei 3,06%. Damit fielen die Renditen erneut auf historische Tiefststände. Andrew Brenner von MF Global hält sogar kurzfristig einen Fall der Rendite des Longbonds unter die Marke von 3% für möglich.
Für etwas Beruhigung sorgte im frühen Handel die überraschend deutliche Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor dem Hintergrund von Rezession und weltweiter Finanzkrise wurden diese um 75 Basispunkte nach unten genommen. Es war damit der deutlichste Zinsschritt, seitdem die EZB 1999 die Verantwortung für die Geldpolitik übernommen hat. Damit wurde der Leitzins in den vergangenen drei Monaten um insgesamt 175 Basispunkte gesenkt. Die Bank of England hatte die Zinsen am Berichtstag ebenfalls gesenkt. Auch die Notenbanken in Dänemark, Neuseeland und Schweden haben ihre Zinsniveaus reduziert.
Bei den US-Konjunkturdaten ist die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung auf saisonbereinigter Basis zwar überraschend um 21.000 auf 509.000 gefallen, während Volkswirte einen Anstieg um 11.000 erwartet hatten. Beobachter verwiesen aber darauf, dass in der vergangenen Woche der Feiertag "Thanksgiving" stattfand, was zu Problemen bei den Prognosen geführt haben könnte.
Der Auftragseingang der US-Industrie ist im Oktober verglichen mit dem Vormonat um 5,1% gefallen, womit der Ordereingang etwas weniger als erwartet zurückgegangen ist. Dennoch wurde damit der stärkste Rückgang seit Juli 2000 verzeichnet. Ökonomen hatten mit einem Minus von 5,4% gerechnet.
Der Fokus der Anleger sei aber schon ganz auf den US-Arbeitsmarktbericht für November gerichtet. Hier erwarten Ökonomen einen Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft von 320.000, die Arbeitslosenquote sehen sie auf 6,8% von zuvor 6,5% steigen. Im Oktober hatte sich der Stellenabbau auf 240.000 belaufen.
DJG/DJN/ros
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December 04, 2008 16:33 ET (21:33 GMT)
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