Berlin/Frankfurt (BoerseGo.de) - Der Milliardär Adolf Merckle hat seinen rund 30 Kreditbanken einem Bericht der "Welt" zufolge ein Ultimatum bis Freitag gesetzt. Sollten die Banken einem Überbrückungskredit bis dahin nicht zustimmen, wolle Merckle seine Firmengruppe unter der VEM-Holding in die Insolvenz schicken, so das Blatt. Die Banken lehnen bisher eine Überbrückungsfinanzierung ab, durch die die Firmengruppe in den nächsten zwölf bis 18 Monaten saniert werden soll. Stattdessen fordern sie offenbar zusätzliche Sicherheiten für Altkredite. Im Falle einer Insolvenz müssten die Banken wohl auf Teile ihrer Milliardenkredite verzichten.
Adolf Merckle hat unterdessen in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Kritik an seiner Person zurückgewiesen. Die Aktiengeschäfte, unter anderem mit VW-Aktien, seien kein Spiel gewesen. "Die Wertpapiergeschäfte, mit denen wir nun in die Kritik geraten sind, haben wir seit Jahrzehnten erfolgreich durchgeführt. Sie waren solide kalkuliert, so dass immer alle beteiligten Parteien - unsere Beteiligungsunternehmen und auch die Banken - davon profitiert haben." Zum aktuellen Verhandlungsstand sagte Merckle, ohne auf das Ultimatum hinzuweisen: "Am Montag haben wir den Banken ein neues Angebot unterbreitet und arbeiten mit ihnen weiter daran, eine Lösung zu finden. Es geht darum, einen Überbrückungskredit zu bekommen." Die Banken würden eine Hinterlegung der Anteile an Ratiopharm, Heidelcement und Phoenix als Sicherheit fordern, so Merckle. Dazu sei man auch grundsätzlich bereit, sollten die Banken den nötigen Überbrückungskredit zur Verfügung stellen.
