Frankfurt (BoerseGo.de) - Das EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark hat vor zu großen staatlichen Konjunkturprogrammen und einem damit verbundenen Anstieg der Staatsverschuldung gewarnt. Ob derartige Programme das Vertrauen zurückbringen könnten und zudem effektiv seien, sei die Frage, so Stark in einem Gastbeitrag für das "Wall Street Journal Europe". Nur wenige Staaten könnten sich weitere Programme überhaupt leisten.
Für die kommenden Jahre rechnet Stark mit einem Anstieg des Staatsdefizits von derzeit drei Prozent auf fünf bis sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und einer Erhöhung des Schuldenstands um 10 bis 20 Prozentpunkte. Viele Staaten hätten den vergangenen Boom ohnehin nicht zur Konsolidierung genutzt und müssten nun mit einem hohen Defizit in die Phase der wirtschaftlichen Abkühlung gehen.
Maßnahmen zur Eindämmung der Krise müssten zielgerichtet, rechtzeitig und zeitlich begrenzt sein, forderte Stark. Viele der jetzt diskutierten Vorschläge seien aber nicht auf den Finanzsektor, den Ursprung der Krise, gerichtet. Damit risikiere man, aus der Finanzkrise auch noch eine Fiskalkrise zu machen.
