10. Dezember 2008. An den Aktienmärkten kehrt zur Wochenmitte wieder Ruhe ein. Die Anleger halten sich mit Engagements stark zurück und nehmen nach der jüngsten Rallye Gewinne mit. Charttechniker prognostizieren unterdessen, dass der Boden an den internationalen Aktienmärkten erreicht ist und erwarten kräftige Kurssteigerungen für 2009.
Nach der Rallye zum Wochenauftakt ist das Bild am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch vorwiegend von Gewinnmitnahmen geprägt. Die Aktivität der Anleger geht unterdessen immer weiter zurück: "Hier wird nur noch das Notwendigste gehandelt", berichtet ein Händler und vermutet, dass sich viele Investoren schon auf die Weihnachtsferien eingestellt haben. Aus Sicht technischer Analysten könnte sich ein Einstieg in den Aktienmarkt aktuell allerdings lohnen - nicht nur im Hinblick auf die Abgeltungssteuer. Im kommenden Jahr sei mit deutlichen Kursgewinnen sowohl bei Aktien als auch am Rohstoffmarkt zu rechnen, so die Prognose.
Der Handel mit Indexfonds auf den deutschen Leitindex DAX® ist heute angesichts sehr geringer Umsätze uneinheitlich. Während der iShares DAX (DE) (WKN 593393) überwiegend verkauft wird, sind beim Pendant von db x-trackers (WKN DBX1DA) die Käufer in der Überzahl. Beim iShares DJ EURO STOXX 50 (WKN 593395) ist die Aktivität, wie der zuständige Market Maker berichtet, aber höher. Hier überwiegt die Kaufseite.
Boden erreicht
Nach Ansicht von Klaus Deppermann, technischer Analyst der BHF Bank, stehen die internationalen Aktienmärkte zum Jahresende 2008 vor einem langfristigen unteren Wendepunkt. Es sei daher vor allem in der ersten Jahreshälfte 2009 mit einer kräftigen Erholung zu rechnen - insbesondere in Japan und rohstofflastigen Ländern wie Brasilien und Russland. "Elliott-Wellen und kräftige Aufwärtsimpulse bei mehren wichtigen Aktienindizes lassen vermuten, dass die Tiefstände bereits erreicht wurden. Aufgrund des absolut und des relativ zum S&P 500 niedrigen Niveaus des Nikkei sowie der extrem überverkauften Marktlage sehen wir in 2009 in Japan das größte Aufholpotenzial, verglichen mit den anderen großen Märkten." Ferner sprächen, wie Deppermann hinzufügt, die zyklischen Vergleiche, die sich aus dem 10-Jahres-Übertreibungs-Zyklus ergäben, für einen kräftigen Kursanstieg der internationalen Aktienmärkte im kommenden Jahr.
Aufwärtspotenzial an den Rohstoffmärkten
Neben einer Erholung an den Aktienmärkten rechnet der technische Analyst für 2009 zudem mit neuem Preisauftrieb bei Rohstoffen. "Etliche langfristige Zyklen sprechen für steigende Rohstoffpreise bis ins zweite Halbjahr 2010. Das größere Potential haben dabei die Goldminen, aufgrund des aktuell sehr niedrigen Niveaus im Vergleich zu Gold."
Ferner lasse auch der Vergleich mit dem Nasdaq auf ein großes Kurspotential der Goldminen schließen. Daneben könnte nach Einschätzung von Deppermann auch Silber über ein größeres Kurspotential verfügen als sein großer Bruder Gold. Aber nicht nur den Edelmetallen traut der Spezialist Aufwind zu, auch beim Öl bestehe bis Ende 2010 beachtliches Kurspotenzial: "Aufgrund des 5- und des 30-Jahres-Zyklus und der noch fehlenden fünften Elliott-Welle erwarten wir neue Hochs beim Öl innerhalb der kommenden beiden Jahre.
Schlechte Aussichten für die Rentenmärkte
Die Rentenmärkte sollten, wie Deppermann prognostiziert, angesichts der erwarteten Preissteigerung bei Rohstoffen hingegen wieder zunehmend unter Druck geraten. "Auch die Rentenrenditen markieren wie der Ölpreis häufig alle fünf Jahre einen unteren Wendepunkt. Am US-Rentenmarkt war das zuletzt am 15. Oktober 1993, am 5. Oktober 1998 und am 13. Juni 2003 der Fall."
Stimmung verbessert sich
Bei den Anlegern setzt sich in dieser Woche wieder leichter Optimismus durch, das ergibt zumindest das Ergebnis der aktuellen Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren. Das Bärenlager bei den deutschen Bluechips verliert im Vergleich zur Vorwoche 5 Prozent, immerhin 3 Prozent sind direkt wieder in DAX-Titel eingestiegen. Bei den Technologiewerten ist die Stimmung hingegen uneinheitlich. Die vollständige Analyse dieses Ergebnisses der heutigen Erhebung lesen Sie nachbörslich auf www.boerse-frankfurt.de/sentiment.
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© 10. Dezember 2008 / Karoline Koch
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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