DJ EZB/Weber warnt vor zu lockerer Geldpolitik - BöZ
FRANKFURT (Dow Jones)--Bundesbankpräsident Axel Weber hat vor einer zu starken Lockerung der Geldpolitik im Euroraum gewarnt. "Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir mit den Zinsen in von uns bislang noch nicht beschrittenes Territorium vordringen", sagte Weber der "Börsen-Zeitung" (BöZ/Freitagausgabe). Der EZB-Leitzins liegt nach der Rekord-Zinssenkung um 75 Basispunkte Anfang Dezember bei 2,50%. Der zentralen Satz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte hatte bislang noch nie unter 2,00% gelegen.
Das EZB-Ratsmitglied begründete seine Bedenken mit dem preisbereinigten Zins, dem so genannten Realzins. Unterhalb eines nominalen Leitzinses von 2,00% würden die Realzinsen negativ, sagte Weber und fügte hinzu: "Das würde ich gerne vermeiden". Im November hatte die Inflationsrate in der Eurozone laut Vorabschätzung bei 2,1% gelegen.
Im Weiteren erteilte der Bundesbankpräsident den Spekulationen eine Absage, dass die EZB ihren Leitzins im Januar zwangsläufig weiter zurücknehmen werde. "Ich glaube nicht, dass wir im Januar schon viele neue relevante Informationen haben werden, die zu einer Neueinschätzung des vorhandenen geldpolitischen Spielraums führen werden", sagte Weber. Außerdem unterliege die EZB-Geldpolitik keinem Automatismus.
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December 11, 2008 13:39 ET (18:39 GMT)
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