DJ Wall Street schließt sehr schwach - Finanztitel brechen ein
NEW YORK (Dow Jones)--Die Aktienkurse an Wall Street haben am Donnerstag nach einem kräftigen Abschwung in der zweiten Handelshälfte sehr schwach geschlossen. Unter Druck standen nach den zuvor kräftigen Aufschlägen in dieser Woche vor allem Energie- und Rohstofftitel - trotz gestiegener Öl- und Metallpreise. Während anhaltende Sorgen um die Kreditmärkte die Finanztitel belastete, drückten die schwachen wöchentlichen Arbeitsmarktdaten und die 10%-Hausse beim Ölpreis die Kurse der Einzelhändler.
Der Dow-Jones-Index (DJIA) verlor 2,2% bzw 196 Punkte auf 8.565. Der S&P-500-Index sank um 2,9% bzw 26 Punkte auf 874. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index fiel um 3,7% bzw 58 Punkte auf 1.510. Umgesetzt wurden 1,47 (Mittwoch: 1,31) Mrd Aktien. Den 678 Kursgewinnern standen 2.416 -verlierer gegenüber. 64 Titel schlossen die Sitzung unverändert.
Schlechte Nachrichten gab es erneut vom US-Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist mit 573.000 auf den höchsten Stand seit 26 Jahren gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche war dies ein Anstieg um 58.000; Volkswirte hatten nur einen Anstieg um 24.000 erwartet. Die Importpreise sind im November dagegen auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenreihe eingebrochen. Das schüre erneut die Sorge um Deflation, sagten Händler.
Tagesverlierer im Dow waren die Finanztitel, die von anhaltenden Kreditsorgen belastet wurden: J.P. Morgan Chase und Bank of America sanken um jeweils 10,7% auf 29,94 USD bzw 14,91 USD.
Auch Automobiltitel standen erneut kräftig unter Druck: Ford fielen um 10,8% auf 2,90 USD und General Motors um 10,4% auf 4,12 USD. Das Kreditpaket für die Automobilhersteller hat das Repräsentantenhaus passiert und wird nun im Senat verhandelt. Dort dürfte es jedoch auf Widerstand vor allem republikanischer Senatoren stoßen. Unter den Öltitel gewannen Chevron 1,3% auf 79,46 USD, während Exxon im späten Geschäft noch knapp ins Minus drehten.
Procter & Gamble sanken um 0,9% auf 58,58 USD. Der US-Konsumgüterkonzern hatte seine Umsatzprognose für das laufende Quartal gesenkt. Zur Begründung verwies der Konzern am Berichtstag darauf, dass Händler, Vertrieb und Kunden ihre Lagerbestände weltweit reduzierten. Der Konzern hatte jedoch die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt.
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly rechnet für das vierte Quartal mit Belastungen aus der Übernahme des Wettbewerbers ImClone Systems und sieht für 2008 deswegen einem hohen Nettoverlust von mehr als 4 Mrd USD entgegen. Die Aktie profitierte jedoch mit einem Plus von 1,7% auf 35,62 USD davon, dass ein großer US-Gesundheitsversicherer ein Antidepressivum von Eli Lilly seinen Versicherten empfohlen hatte.
DJG/DJN/reh
(END) Dow Jones Newswires
December 11, 2008 17:02 ET (22:02 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
