DJ Börse Frankfurt/Wochenausblick: Aller Augen auf der Fed
15. Dezember 2008. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Positive Vorgaben aus versprechen für den deutschen Aktienmarkt einen guten Wochenstart. US-Technologiewerte waren am Freitag gesucht und brachten dem Nasdaq einen Gewinn von 2,2 Prozent. Heute Morgen negierte die Tokioter Börse den pessimistischen Tankan-Bericht zur Konjunktur Tag und verhalf dem Nikkei 225 zu einem Plus von 5,2 Prozent. "Die Nachrichtenlage ist katastrophal, das scheint uns im Moment aber nicht zu stören", wundert sich ein Händler. Mittelfristig dominieren in dieser Woche, mit neun verbleibenden Börsentagen bis zum Jahresende, Konjunkturdaten aus den USA das makroökonomische Börsenumfeld. Fed-Zinsentscheid mit Spannung erwartet In dieser Woche erwartet Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus maßgebliche Impulse von der am Dienstag anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. "Hierbei geht es weniger darum, ob die Fed den Leitzins wie generell vermutet auf 0,5 Prozent, oder wie in unserem Haus erwartet tatsächlich auf 0 Prozent senken wird. Der effektive Zins bewegt sich momentan ohnehin schon in der Nähe der Null", erklärt der Analyst. Sollte die Fed hingegen Andeutungen machen, zusätzliche Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur zu ergreifen, zum Beispiel den Aufkauf von Staatsanleihen, so könnte dies die Märkte stärker in Bewegung bringen als harte Daten. Ähnlich wie bereits am Freitag der Gesamtmarkt mit sinkenden Kursen auf die zwischenzeitliche Ablehnung des Rettungspaketes für die Automobilindustrie im US-Kongress reagierte. Trübes Konjunkturbild Insgesamt gibt es kaum Positives zur konjunkturellen Lage. "Die Stimmung wird immer schlechter. Das globale Ausmaß der Krise ist jetzt eindeutig. Momentan sehen wir Druck in allen Märkten, selbst in China und den Emerging Markets", beschreibt Satoris das Szenario. Auch die Fundamentaldaten aus den Vereinigten Staaten sähen momentan nicht gut aus. "Wir rechnen für November mit einem Produktionsrückgang in der Industrie von 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr würde damit das Produktionsniveau bereits fast 5 Prozent niedriger liegen. In diesem Umfeld ist nicht mit einer Stimmungsaufhellung bei den Unternehmen zu rechnen." Der ifo-Geschäftsklimaindex, konjunktureller Gradmesser für die Deutsche Wirtschaft, wird sich nach einhelliger Meinung ebenfalls eintrüben. Analysten der BayernLB sehen den Index im Dezember bei 84 Punkten, 1,8 Punkte schlechter als im Vormonat. Hoffnung auf Weihnachtsrallye gering "Die Fundamentaldaten geben keinen Anlass für einen Kursanstieg an den deutschen Aktienmärkten. Das Rettungspaket für die Automobilindustrie zeigt jedoch, dass die Märkte sehr sensibel auf Stimmungen reagieren - positiv wie negativ", erläutert Sartoris. Kollege Jörg Scherer umreißt die technischen Rahmenbedingungen für eine solche Kurserholung: "Der DAX® muss die Schwelle von 4.800 Punkten knacken, um in den berechneten Trendkanal zurückzukehren. Dann könnten wir eventuell eine Erholung erwarten. Sollte der Leitindex jedoch die Schwelle von 4.531 Punkten nach unten durchbrechen, droht eine Plateaubildung bei circa 4.300 Punkten." Infineon könnte Bewegung in den DAX bringen Die Mehrheit der Analysten traut Infineon auf Sicht von zwölf Monaten einen Kurs von wenigstens einem Euro zu. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa-afx, die Analystenbewertungen sammelt und auswertet. Infineon habe die Anleger jüngst mit einem massiven Quartalsverlust und einem düsteren Ausblick schockiert. Schließlich sei die Finanzkrise auch auf die Halbleiterbranche übergegriffen und eine denkbare Insolvenz der Speicherchiptochter Qimonda schwebe weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem Münchener Konzern. Nach der Präsentation der Zahlen verlor die Infineon-Aktie über ein Drittel an Wert und notiert nun auf Pennystock-Niveau. Nicolas Gaudois von der UBS halte sogar einen Anstieg auf bis zu 1,60 Euro für möglich - aktuell kostet das Papier etwa 0,67 Euro. Eine Lösung für die langfristige Finanzierung von Infineon werde immer greifbarer, schreibt der Experte. Auch gebe es eine 50-prozentige Chance für einen Trennung von der Tochter Qimonda. Quer schieße jedoch Deutsche-Bank-Analyst Kai Korschelt, der bei Infineon mit weiter fallenden Kursen rechnet. Die Gewinn- und Umsatzprognosen seien überraschend niedrig ausgefallen, heißt es. Sein Kursziel liege deshalb bei 0,60 Euro. Wichtige Konjunkturtermine der Woche Montag, 15. Dezember 15.15 Uhr. *USA: Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung November*. Die BayernLB rechnet aufgrund der Rezession in den USA für den Monat November mit einem weiteren Rückgang der Industrieproduktion von 2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auch die Kapazitätsauslastung werde 74,4 Prozent zurückgehen, fast 7 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt von 81 Prozent. Dienstag, 16. Dezember 14.30 Uhr. *USA: Verbraucherpreise und Kernrate November*. Kräftig gesunkene Benzin- und Erdgaspreise werden nach Erwartungen der BayernLB einen weiteren Rückgang der Verbraucherpreise nach sich ziehen. Erwartet wird ein Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bei der Inflations-Kernrate, in der die Rohstoffpreise nicht einberechnet sind, geht man von einem leichten Anstieg von 0,1 Prozent aus. 20.15 Uhr. *USA: FOMC-Zinsentscheidung*. In der Ausschusssitzung am Mittwochabend entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins. Der Marktkonsens erwartet eine Senkung um 50 Basispunkte auf 0,5 Prozent. Die HSBC geht sogar von einer Senkung auf 0,0 Prozent aus. Mittwoch, 17. Dezember Ca. 22.00 Uhr. *Deutschland: Vorläufige Szenariorechnung für die Aktienindizes*. Nachbörslich veröffentlicht die Deutsche Börse die vorläufigen Gewichtungen der einzelnen Aktien in den Indizes, die ab dem 22. Dezember gelten. Donnerstag, 18. Dezember 10.00 Uhr. *Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex*. Nach Meinung der DekaBank wird sich die Stimmung der Unternehmen in Deutschland weiter eintrüben. Erwartet wird ein Ergebnis von 83,2 Punkten. Die Bank führt dies auf die katastrophale Auftragslage als auch auf das Ausbleiben eines wirkungsvollen Konjunkturprogramms zurück. Ein Wert von unter 100 Punkten beim ifo-Geschäftsklima wird als Anzeichen auf eine schrumpfende Wirtschaft gedeutet. Freitag, 19. Dezember Ca. 13.00 Uhr. *Deutschland/USA: Dreifacher Terminverfall an den Terminbörsen*. Viermal im Jahr kommt es an den Börsen zum so genannten Hexensabbat, jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September, und Dezember. An diesen Tagen laufen an den Terminbörsen, in Deutschland zum Beispiel an der Eurex, Terminkontrakte aus. Dies betrifft Optionen und Futures auf die großen Aktienindizes sowie Optionen auf Aktien. Der Settlement-Preis für den DAX-Futures wird auf dem DAX-Chart im Handelssaal veröffentlicht und kann über die Parkettkamera verfolgt werden. © 15. Dezember/ Jean Hoffmann, Edda Vogt Disclaimer Die nachfolgenden News werden Ihnen direkt von der Redaktion von boerse-frankfurt.de bereitgestellt. Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Wertpapiers.
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December 15, 2008 04:56 ET (09:56 GMT)
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