DJ Steinbrück: Bürger gelassener wegen Krise als Ökonomen
BERLIN (Dow Jones)--Die Bevölkerung in Deutschland ist gegenüber der Finanzkrise nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück noch gelassener eingestellt als wissenschaftliche Experten, Politik und Medien. "Nach vielen Gesprächen ist mein Eindruck im Augenblick, dass der weite Teil der Bürgerinnen und Bürger sehr viel gelassener, sehr viel besonnener und sehr viel vernünftiger aufgestellt ist als die Politik, die Medien und insbesondere auch die wirtschaftswissenschaftliche Expertise", sagte Steinbrück am Montag bei einer Veranstaltung der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ in Berlin.
"Dieser Überholungswettbewerb ist teilweise an Absurdität nicht mehr zu übertreffen", beklagte er Festveranstaltung zum 60. Bestehen des BDZ. "Es kann sein, dass sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger über die Tiefenschärfe dieser Krise nicht so bewusst ist", räumte der Finanzminister allerdings auch ein. Die Protagonisten aus den genannten Bereichen sollten sich über die Weihnachtstage etwas mit Kommentaren zurückhalten, "damit die Leute nicht noch verwirrter ins neue Jahr hinein gehen als sie aus dem alten Jahr heraus gekommen sind", forderte Steinbrück.
Der Finanzminister kündigte zudem an, er werde das Thema der Steuerhinterziehung "international weiter auf der Tagesordnung halten, auch wenn mir dafür aus der Schweiz Kakteen übersandt werden". Der Umfang der Produktpiraterie werde zunehmen, sagte er außerdem voraus. Steinbrück hob vor diesem Hintergrund die Bedeutung des Zolls hervor. Dieser sei im vergangenen Jahr mit Einnahmen von 110 Mrd EUR für 40% des Bundeshaushaltes aufgekommen, sagte er. Weitere organisatorische Veränderungen bei der Zollverwaltung seien nicht geplant, versicherte Steinbrück außerdem.
-Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4118, andreas.kissler@dowjones.com DJG/ank/kth Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de
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December 15, 2008 10:18 ET (15:18 GMT)
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