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Wall Street schließt leichter - Warten auf Fed-Zinsentscheid

DJ Wall Street schließt leichter - Warten auf Fed-Zinsentscheid

NEW YORK (Dow Jones)--Nach einem kurzen Ausflug in positives Terrain zu Handelsbeginn hat die Wall Street am Montag ins Minus gedreht und letztlich leichter geschlossen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verlor 0,8% oder 65 Punkte auf 8.565. Für den breiter diversifizierten S&P-500-Index ging es um 1,3% bzw 11 Zähler auf 869 nach unten. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index fiel um 2,1% oder 32 Stellen auf 1.508. Umgesetzt wurden 1,21 (Freitag: 1,43) Mrd Aktien. Den 760 Kursgewinnern standen 2.281 -verlierer gegenüber. 66 Titel schlossen die Sitzung unverändert.

Händler machten mehrere Faktoren für die Abschläge verantwortlich. Am Berichtstag enthüllten einige Unternehmen weitere Details über mögliche Belastungen im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrugsfall. "Was wirklich erstaunlich ist, ist der Umstand, dass sich der Markt bei der Fülle der schlechten Nachrichten doch einigermaßen unverwüstlich zeigt", sagte Analyst Art Hogan von Jefferies & Co.

Händler verwiesen zudem auf die anhaltende Unsicherheit über eine Zwischenfinanzierung für die ums Überleben kämpfenden US-Automobilhersteller sowie den langen Schatten der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Dienstag. "Vor dem Hintergrund solcher Unwägbarkeiten wird sich kaum ein Investor nennenswert positionieren", so ein Börsianer.

Auch die veröffentlichten US-Konjunkturdaten seien nicht dazu angetan, die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer nachhaltig zu erhöhen, hieß es. So sank der von der Federal Reserve Bank of New York berechnete Empire-State-Manufacturing-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Großraum New York im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,23 Punkte auf minus 25,76. Volkswirte hatten im Mittel ihrer Prognosen jedoch einen noch stärkeren Rückgang auf minus 26,50 erwartet.

Darüber hinaus war die US-Industrieproduktion im November zwar wie erwartet um 0,6% gegenüber dem Vormonat gesunken, allerdings wurden die Angaben für Oktober auf ein Plus von 1,5% von einer vorläufig gemeldeten Zunahme um 1,3% nach oben revidiert. Gleichzeitig sank jedoch die Kapazitätsauslastung im November etwas stärker als erwartet.

Für Verunsicherung sorgte aber in erster Linie die fortdauernde Unklarheit darüber, ob US-Präsident George W. Bush den angeschlagenen Automobilherstellern mit Mitteln aus dem Rettungspaket für den US-Finanzsektor unter die Arme greifen wird. In der vergangenen Woche hatte der Senat ein eigenes Hilfsprogramm für GM, Ford und Chrysler scheitern lassen. Ohne eine Zwischenfinanzierung droht den US-Automobilherstellern bis Jahresende die Insolvenz.

Darüber hinaus warf die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve ihren Schatten voraus. Ökonomen erwarten, dass die US-Notenbank am Dienstag ihren Leitzins um weitere 50 Basispunkte auf dann 0,5% zurückschrauben wird. "Eine bedeutungslose geldpolitische Entscheidung", hieß es allerdings im Handel. Wesentlich wichtiger sei, ob die US-Notenbank jetzt auch offiziell auf einen quantitativen Lockerungskurs einschwenken werde. Damit ist die Ausweitung der Geldmenge etwa durch den Ankauf von Staatsanleihen gemeint.

Unter Abgabedruck standen einmal mehr die Finanzwerte. Hier belastete die Unsicherheit über die für Dienstag angekündigten Zahlen von Goldman Sachs für das vierte Quartal. Die Papiere ermäßigten sich um 1,9% auf 66,46 USD. Des Weiteren drückte der Betrugsfall Madoff auf die Stimmung. Dem Broker-Haus wird vorgeworfen, versprochene Gewinne mit Geldern aus dem Neugeschäft bezahlt zu haben. Auf der Verliererseite standen unter anderem J.P. Morgan, die sich um 7,5% auf 28,63 USD verbilligten. Merill Lynch hatte die Papiere auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt.

AT&T litten unter einem gesenkten Anlageurteil von Goldman Sachs und gaben um 3,7% auf 27,13 USD nach. Zu den größten Gewinnern im DJIA gehörten GM, für die es um 3,6% auf 4,08 USD nach oben ging. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte ein Händler. Im S&P-500-Index verteuerten sich Ford um 4,6% auf 3,18 USD. Honeywell zogen um 6,3% auf 30,78 USD an. Der US-Mischkonzern rechnet für das kommende Jahr mit einem Gewinn von 3,20 USD bis 3,55 USD je Aktie. Damit fiel der Ausblick des Unternehmens besser als von Händlern erwartet aus.

DJG/DJN/flf 
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(END) Dow Jones Newswires

December 15, 2008 17:15 ET (22:15 GMT)

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© 2008 Dow Jones News
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