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Kommentar der Financial Times Deutschland zu Hypo Real Estate- vorab 22.12.2008

DJ Kommentar der Financial Times Deutschland zu Hypo Real Estate- vorab 22.12.2008

Eine Frage des Zeitpunkts 
Wie war das doch gleich? Die Bundesregierung, die sonst kein Geld für 
Umweltschutz oder sozial Schwache übrig hat, nimmt Milliarden in die Hand, 
um Banken und ihren Managern aus der Patsche zu helfen? Wer davon noch 
überzeugt ist, sollte sich den Verlauf der sogenannten Rettung der Hypo Real 
                    Estate noch einmal genau anschauen. 
Dabei spielt die Tatsache, dass ein guter Teil des Vorstands seinen Job 
verliert und die Staatsanwälte wegen Untreue ermitteln, noch die geringere 
Rolle. Entscheidend ist, dass der Immobilienfinanzierer so stark geschrumpft 
und in seinen Möglichkeiten dermaßen beschnitten wird, dass der Begriff 
Sanierung geradezu euphemistisch anmutet. Zutreffender wäre es, von einer 
verordneten Abwicklung zu sprechen - schließlich ist der Umbau eine 
                       Bedingung des Rettungspakets. 
Die Staatshilfen von rund 80 Mrd. E in Form von Garantien und 
Kapitalspritzen ermöglichen es der HRE gerade noch, ihren Verbindlichkeiten 
nachzukommen. Zugleich wird sie so knappgehalten, dass sie in Zukunft kaum 
noch Geld verdienen kann. Die Tochtergesellschaft Depfa etwa soll nur noch 
Kredite an öffentliche Einrichtungen vergeben oder deren Anleihen kaufen. 
Dieses extrem risikoarme Geschäft mag zum Zeitgeist passen - die Erträge 
fallen aber entsprechend gering aus. Es wäre kaum verwunderlich, wenn in 
einem zweiten Schritt der gesamte Bereich der Staatsfinanzierung verkauft 
wird. Der HRE bliebe dann nur noch die Immobilienfinanzierung - und deren 
   Perspektiven hängen vom derzeit am Boden liegenden Hypothekenmarkt ab. 
So unerfreulich es ist, wenn bei einer Bank trotz massiver Staatshilfen 
mitten in der Wirtschaftskrise im großen Stil Stellen abgebaut werden: Es 
war richtig, die HRE zunächst vor der Pleite zu bewahren, um sie später de 
facto geordnet abzuwickeln. Angesichts des mickrigen Rests, der von dem 
Konzern übrig bleibt, mag die Stützaktion auf den ersten Blick zwar 
unverhältnismäßig teuer erscheinen. Die Alternative, ein plötzlicher Kollaps 
der systemrelevanten Bank im Herbst, hätte jedoch ungleich höhere Kosten 
                                verursacht. 
Als Peer Steinbrück im September das Wort âEUR Abwicklung' im Zusammenhang mit 
der HRE in den Mund nahm, reagierten die Märkte panisch. Die Worte des 
Finanzministers mögen sich nun verspätet bewahrheiten - sie im damaligen 
                 Kontext zu verwenden war unverantwortlich. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian Schütte - 030/22074161 
 
 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

December 21, 2008 13:50 ET (18:50 GMT)

© 2008 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

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