Die Finanzkrise trifft auch die deutschen Stiftungen. "Wir rechnen damit, dass deutsche Stiftungen 2009 vermutlich zehn Prozent weniger ausschütten werden als im Vorjahr", sagte Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, der "Frankfurter Rundschau" (Mittwochausgabe). Allerdings seien die Organisationen weniger stark als US-Stiftungen betroffen. "Die meisten deutschen Stiftungen haben keine Aktien", erläuterte Fleisch.
Die Bandbreite der Kürzungen liege zwischen fünf und 15 Prozent. Die Landesstiftung Baden-Württemberg, deren Kapital aus dem Verkauf des Landesanteils am Energiekonzern EnBW stammt, kürzt ihre Ausgaben nach Informationen der Zeitung sogar drastisch: Nach bisherigen Planungen sinke die Ausschüttung im kommenden Jahr um 46 Prozent auf etwa 27 Millionen Euro. Das Kapital der Zeit-Stiftung habe sich seit Jahresbeginn um elf Prozent reduziert von 800 auf rund 710 Millionen Euro. Deshalb werde der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr um 15 Prozent gekürzt.
Auch das Vermögen der Hertie-Stiftung sei in diesem Jahr geschrumpft, und zwar um neun Prozent, wie die Zeitung meldet. Allerdings würden Projekte über Rücklagen auf mehrere Jahre im Voraus finanziert. "Wir werden mit etwa 18 Millionen Euro im nächsten Jahr genau so viel für unsere Projekte ausgeben wie in diesem Jahr", sagte Holger Benke, Geschäftsführer der Stiftung, die vor allem Neurowissenschaften, Europäische Integration sowie Erziehung zur Demokratie zu ihren Schwerpunkten gemacht hat./rh/DP/he
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