30. Dezember 2008. Trotz der Einbrüche der Aktienkurse in den vergangenen Monaten weltweit, haben private Anleger unterm Strich die letzten Tage des Jahres zum Einstieg genutzt. Sicherheit steht immer noch ganz oben, aber der Trend zu Aktienengagements könnte sich im nächsten Jahr fortsetzen.
Nur noch Privatanleger sind im Handel mit ETFs an der Börse Frankfurt aktiv. "Die Bücher der institutionellen Anleger sind bereits geschlossen. Eenn man die Ordergröße betrachtet, entsprechen die derzeitigen Ordervolumina dem charakteristischen Handelsverhalten der Kleinanleger", berichtet ein Market Maker von der HypoVereinsbank. Gefragt seien vor allem marktbreite Investments. "ETFs auf den DJ Stoxx 600 (WKN 263530) werden gekauft." Aber auch Bluechips DJ Euro Stoxx 50 (WN 593395) seien gesucht. Vermutlich stünden steuerliche Aspekte hinter den Käufen, bevor das neue Abgeltungssteuergesetz in Kraft trete, meint ein Händler.
Bankenaktien wieder akzeptabel
Trotz der Marktkrise, die ab Oktober die Aktienmärkte so massiv erschütterte, zeigen Anleger Vertrauen. "Der Einbruch bei den Banken und Versicherungen habe doch einige Anleger veranlasst, in den gebeutelten Sektor einzusteigen", führt der ETF-Händler fort. So wie es aussähe, habe der DJ Stoxx Banks, der seit Anfang Oktober knapp 50 Prozent abgeben musste, im Dezember seinen Boden gefunden. "Den Fondsgesellschaften schenken Anleger nach wie vor Vertrauen, so dass sich Investoren auch in diesem Sektor positionieren. Wir erwarten, dass das Vertrauen in die Märkte auch im kommenden Jahr bestehen bleibt und Anleger nicht sofort die Beine in die Hand nehmen."
Eric Wiegand von der Deutschen Bank ist ebenfalls überzeugt, dass Anleger trotz der massiven Einbrüche weiterhin investieren werden. "Das meist gehandelte Produkt war im vergangenen Monaten mit dem db x-trackers Eonia (WKN DBX0AN) zwar ein Geldmarkt-ETF - wir hatten Zuflüsse von 3 Milliarden Euro in dem Fonds - doch konnten wir in der gesamten Produktpalette Zuflüsse beobachten."
Neben der Suche nach Sicherheit und dem Wunsch Geld zu parken, bis der Einstiegszeitpunkt wieder günstig erscheine, seien vor allem Euopa, einige Emerging Markets und auch die USA gefragte Anlageregionen. "Der DAX hat rund 40 Prozent verloren, wir konnten jedoch eine Verdopplung der Zuflüsse sehen. Im britischen Leitindex FTSE 100 war es rund ein Drittel," konkretisiert Wiegand. Bei den Emerging Markets-ETFs wären die Abflüsse vergleichsweise gering gewesen.
Wiegand ist zuversichtlich: "Dieser Trend, dass sich Anleger wieder positionieren, könnte sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Wir rechnen zumindest fürs erste Quartal 2009, dass Anleger auf Aktien setzen." Die Neigung, das Geld auf der sicheren Seite zu parken, erwartet Wiegand zwar auch für die kommenden Monate, allerdings nicht mehr in diesem lawinenartigen Ausmaß. "Wer sich in den nächsten Monaten für ein Investment entscheidet, wird sicherlich Aktienpositionen als Einstiegstor nutzen."
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Wir wünschen allen unseren Lesern einen guten Start ins neue Jahr.
© 30. Dezember 2008/Dorothee Liebing
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