DJ Banken droht in Italien Skandal um Kommunalfinanzierung - Presse
LONDON (Dow Jones)--Geschäfte von Investmentbanken mit italienischen Kommunen und Regionalregierungen könnten sich nach einem Bericht der britischen Zeitung "Daily Telegraph" zum größten Finanzskandal in Italien seit dem Fall Parmalat entwickeln. So soll eine Gruppe von Banken, darunter die Deutsche Bank und die Hypo-Real-Estate-Tochter Depfa, die Gebietskörperschaften dazu verleitet haben, zur Tilgung von Anleihen zurückgelegte Gelder in riskante Investments zu stecken.
Schätzungen zufolge geht es um mögliche Verluste im Volumen von 35 Mrd EUR, berichtet das Blatt am Montag. Als ein Beispiel wird auf die Stadt Mailand verwiesen, deren Tilgungsfonds von den Banken verwaltet wurde. Die norditalienische Metropole behalte sich wegen der Verluste, die im Zusammenhang mit Zinsswaps entstanden sind, rechtliche Schritte gegen die Finanzinstitute vor, wie Bürgermeisterin Letizia Moratti dem "Daily Telegraph" sagte.
Wie Mailand geht es vielen Kommunen und Regionalregierungen in Italien, die in den 1990er Jahren Kredite aufgenommen, auf Anraten der Zentralregierung in Rom aber Tilgungsfonds eingerichtet hatten, um die jeweils volle Summe bei Fälligkeit abzahlen zu können. Investmentbanken boten sich daraufhin an, diese Tilgungsfonds zu managen. Was den italienischen Gebietskörperschaften dabei aber offenbar nicht klar gewesen ist, war die Tatsache, dass die in den Fonds eingezahlten Mittel einem Verlustrisiko ausgesetzt waren.
Außer den genannten Banken waren laut der Zeitung auch JP Morgan Chase, UBS, Barclays, Merrill Lynch,verschiedene italienischen Banken sowie die japanische Nomura an den Transaktionen beteiligt. Deutsche Bank und Hypo Real Estate wollten sich zu dem Bericht auf Anfrage am Montag nicht äußern.
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January 05, 2009 06:51 ET (11:51 GMT)
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